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Sonntag, 30. Juni 2019, eine Woche vor meinem zweiten Start in Hamburg

Sonntag, 30. Juni 2019, eine Woche vor meinem zweiten Start in Hamburg published on Keine Kommentare zu Sonntag, 30. Juni 2019, eine Woche vor meinem zweiten Start in Hamburg

Eine Trainingsbillanz.

Die Startzeit steht fest. Am Freitag gab einen letzten Lauftest bei einem Stadtlauf in Bad Essen, der sich super gut anfühlte. In einer Woche gehe ich zum zweiten mal bei der Kurzdistanz in Hamburg an den Start. Und ich freue mich riesig darauf.

Insgesamt war das Training wenig planmäßig. Ich habe eher so mit einer Art Guerillataktik trainiert, ohne System. Allerdings habe ich diesmal eher mal ein Training ausfallen lassen, wenn mein Körper nicht ganz so wollte wie ich. Vielleicht ein Grund warum ich deutlich weniger krank war, als bei der letzten Vorbereitung. In den letzten 12 Monaten habe ich 51 Km Schwimmtraining, 900 Km Radtraining und 524 Km Lauftraining absolviert. Den Schwerpunkt habe ich eindeutig auf Laufen und Schwimmen gelegt. Radfahren spielte eine eher untergeordnete Rolle, was sich auch in meinem aktuellen Leistungsstand im Radfahren deutlich widerspiegelt.

Schwimmen
Ich habe es tatsächlich geschafft richtig Kraulschwimmen zu lernen. Ich bin in einen Triathlonverein eingetreten und bin dort sehr gut und intensiv im Schwimmtraining betreut worden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ich kann zwar noch keine 1500 Meter durchkraulen und bin auch noch nicht deutlich schneller als im Brustschwimmen, aber es wird. Im Schwimmen bin ich einen riesigen Schritt vorwärts gekommen.
Was ich aber wieder nicht gemacht habe: Eine Freiwassereinheit VOR dem Wettkampf. Es war einfach keine Zeit und keine Gelegenheit. Ich hoffe sehr, dass mir das in der Binnenalster nicht wieder zum Verhängnis wird.

Radfahren
Wenig Zeit auf dem Rad. Ich war beruflich bedingt viel unterwegs, da konnte man nicht immer ein Fahrrad mitschleppen. Die Folge war wenig, also sehr wenig Training auf dem Rad. Immerhin bin ich auch in den Wintermonaten geradelt. Eine neue Rolle mit Direktantrieb und eine Anmeldung auf Zwift haben viel dazu beigetragen. Insgesamt habe ich jedoch das Gefühl mich auf dem Rad verschlechtert zu haben. Die 40 Km in Hamburg werde ich sicherlich gut über die Runden bringen, aber eine gute Zeit erhoffe ich mir in dieser Disziplin nicht.

Laufen
Auch hier hat der Eintritt in den Verein große Fortschritte bewirkt. Neben langen Läufen gab es hier viele Intervalltrainings (Im Winter sogar auf einer Indoorlaufbahn), die eine deutliche Verbesserung der Pace bewirkt haben. Am Freitag der Stadtlauf über 10 Km hat sich sehr gut angefühlt und verlief trotz hoher Temperatur sehr gut. Ich bin guter Dinge, dass der Lauf in Hamburg diesmal nicht in einer Katastrophe endet.

Insgesamt also alles bestens. Aber auch in diesem Jahr gilt: Egal wie es läuft, die Atmosphäre in Hamburg ist einfach nur toll und allein dafür lohnt sich der Start dort.

#swimbikerun #triathlon #WTShamburg #kurzdistanz #olympicdistance #goal2019 #tri2be #triitfit #überwindedeinlimit #beiron

2. Juni 2019, Mein allererster Halbmarathon in der Hitzewüste Duisburg

2. Juni 2019, Mein allererster Halbmarathon in der Hitzewüste Duisburg published on 1 Kommentar zu 2. Juni 2019, Mein allererster Halbmarathon in der Hitzewüste Duisburg

Mein #goal2019 beinhaltet eine erneute Teilnahme an der Olympischen Distanz in Hamburg und darüber hinaus mal einen Halbmarathon zu laufen. Halbmarathon deswegen, weil das entfernte Ziel eine Triathlon- Mitteldistanz ist, und da läuft man am Ende einen Halbmarathon.

Die Wahl fiel sehr schnell auf den Lauf in Duisburg. Zum einen suchte ich eine flache Strecke und ein Event, für das ich nicht so weit fahren muss. Zum anderen sollte der Zeitpunkt deutlich vor Hamburg liegen, damit genug Zeit zum Wundenlecken bleibt.

Also Duisburg. Und ich muss sagen, das war eine sehr gute Wahl. Organisatorisch top und von der Strecke her genauso wie ich es mir gewünscht hatte.
Vor etwa drei Wochen bin ich dann im Training einfach mal locker zwei Stunden durchgelaufen. Ich wollte einfach mal schauen ob ich überhaupt solange durchlaufen kann und wo ich dann km mäßig etwa liege. Dieses Training lief super gut, am Ende waren es knappe 18 Km. Auch danach habe ich mich sehr gut gefühlt. Also beste Voraussetzungen um den ersten Halbmarathon in etwa 2:15 h zu laufen. So das theoretische Ziel.

Was ich nicht so eingeplant hatte war, dass am 2. Juni der Lorenz am Himmel knallt wie bekloppt und den Sommer im Ruhrgebiet einläutet. So stehe ich also um 10 Uhr an der Startlinie und bin schon am schwitzen ohne einen Meter gelaufen zu sein. Na das kann ja heiter warm werden …

Dann der Startschuss. Die Masse setzt sich in Bewegung. Ich laufe locker los, ich fühle mich super. Naja, denke ich, das könnte ja wirklich gut klappen heute. Nach etwa einem Kilometer kurzer Blick auf die Uhr: Pace passt, Gefühl dazu stimmt auch, also weiter so. Das tolle in Duisburg: Es laufen Brems- und Zugläufer mit einem gut sichtbaren Luftballon am Hosenbund in festgelegten Zielzeiten mit. Ich laufe meinem Plan folgend also dem Luftballon mit der Zielzeit 2:15 h hinterher. Und das klappt lange erstaunlich gut. Um mich herum eine Gruppe aus Selm samt mitlaufender Trainerin, die diese Gruppe im vorgegebenen Tempo hält, um alle zusammen ins Ziel zu bringen.

Die Hitze ist wirklich heftig. Ich frage mich ob das schon die angekündigten 30 Grad sind. Is eh wurscht, denn ich fühle mich wie in einer finnischen Sauna. Bei Km 5 dann der erste Verpflegungspunkt. Der Durst ist jetzt schon riesig. Mir schwant, dass das kein Spaziergang wird. Dann geht es erstmal relativ gut weiter bis Km 10, dort wartet mein Fanclub auf mich, um mir zuzujubeln. Die Hitze fängt an mir den Lauf schwer zu machen. Ich nehme einen Gang raus. An der nächsten Verpflegungsstation gehe ich ein paar Meter, statt zum Wasser greife ich zur Cola, mache meine Kappe im Wasserbecken nochmal nass und trabe weiter. Mein Luftballon ist weg. Aber egal, wenns nicht schneller geht, dann wenigstens heile ins Ziel kommen. Um mich herum leiden immer mehr an der Hitze. Jeder versucht irgendwo zu laufen wo Schatten ist. Ich sehe den ersten am Rand, der von zwei Sanitätern betreut wird.
Dann kommt Km 14, einmal die Autobahnbrücke herauf, das geht noch, wieder runter auch, und dann gehts nochmal eine kleine Steigung rauf unter einer S-Bahn-Station hindurch. Und dann passiert es: Meine Beine machen schlapp. Irgendwie geht grad nichts mehr, ich muss tatsächlich gehen. Ich gehe erst langsam dann etwas strammer bis zur nächsten Verpflegungsstation. Dort trinke ich nochmal ordentlich und mit Ruhe. Jemand hält einen Wasserschlauch auf die Straße und ich nutze diese Abkühlung. Dann gehe ich noch ein Stück. (Insgesamt wird es wohl ein ganzer Kilometer im Schritttempo gewesen sein). Es nützt ja nix. Mir wird klar: Jetzt gehts nur noch darum ins Ziel zu kommen. Oder anders gesagt: Es beginnt der Wettlauf mit dem Besenwagen.

Irgendwann trabe ich wieder los. Die Strecke verläuft durch ein paar Wohngebiete. Was ich hier jetzt erlebe ist MEGA: Die Anwohner sind alle auf dem Bürgersteig. Manche haben die Stereoanlage voll aufgedreht. Alle feuern die Läufer an. Teilweise haben sie eigene Getränkestände mit Wasser aufgestellt, manche reichen auch ein Bier, alle paar Häuser hat jemand seinen Gardena-Gartensprenger aufgestellt oder hält den Wasserschlauch einfach selbst in die Luft. Diese Abkühlung tut wirklich gut. Das ist ein unglaublicher Motivationsschub. Zwei drei mal muss ich noch ein paar Meter gehen, aber die letzten drei Kilometer kann ich durchlaufen. Dann sehe ich in einiger Entfernung schon das Stadion des MSV Duisburg. Dort geht es durch einen kleinen Tunnel mit Blitzlicht und lauter Musik. Die letzten Meter sind eine Runde durchs Stadion. Die ist echt zum genießen. Und genau für diesen Moment lohnt es sich das Ding bis zum Ende durchzuziehen.

Am Ende sagt die Uhr 2:35:55 h. Keine Glanzzeit, deutlich am Ziel vorbei. Aber was solls? Es ist der erste Halbmarathon in meinem Leben und ich bin immerhin ins Ziel gekommen. 1:0 für mich gegen den Besenwagen.

Und dann gibt es auch noch was schönes zum Lachen:
Am Stand, an dem man sich sein Finischer-Shirt abholen kann, kommt es zu folgendem Dialog zwischen dem Mann hinter dem Stand und einem davor stehenden Prollo, die Brust raus, den Bauch eingezogen: „Ey kannisch auch Frauen-Shirt haben?“ – „Hä? Wieso?“ – „Na weissu, is tailliert, betont mehr die Muskeln un so.“

Da ich ja eher nicht so der muskulöse Typ bin, habe ich das Männer-Shirt genommen.



Wochenende 2. / 3. Februar 2019

Wochenende 2. / 3. Februar 2019 published on Keine Kommentare zu Wochenende 2. / 3. Februar 2019

Das Wochenende startet am Freitag Abend sehr unentspannt. Auf der ToDoListe ist nämlich noch der Punkt „Nebenkostenabrechnung für Mieter erstellen“ offen. Bisher hatte ich das immer mit einer selbst gebastelten EXCEL Tabelle gemacht. Die habe ich über die Zeit so perfektioniert, dass man einfach die Zahlen vom Hausverwalter einmal eingibt und zack: Nebenkostenabrechnung für alle Mieter erstellt.
Dieses Jahr nutze ich erstmals die Software „Vermieter“ von WISO. Meine Steuererklärung im letzten Jahr gelang mit WISO-Software relativ einfach. Der Vorteil vom WISO-Vermieter-Programm soll darin liegen, dass das Programm die Eingaben gleichzeitig nutzt, um die Anlage V in der Steuererklärung gleich automatisch zu erstellen. Die Eingabe der Daten erweist sich allerdings als sehr kompliziert und eher zeitaufwendig, weil mein Konstrukt an Objekten und Wohnungen in der Software nicht 1:1 abgebildet werden kann. Es kostet mich sehr viel Nerven. Mal sehen ob die Steuererklärung wirklich einfacher wird. Doch ich denke im nächsten Jahr kehre ich zur altbewährten Technik zurück.

Der Samstag gestaltet sich dafür äußerst entspannt. Zu Weihnachten habe ich der Liebsten samt Kind die RuhrTopCard geschenkt. Und jetzt unternehmen wir jedes Wochenende tolle, spannende Sachen. Diesmal ging es ins Zeiss Planetarium in Bochum. Wegen Astro-Alex ist das Kind neuerdings voll im Astronautenfieber und saugt alles zum Thema Weltall und Raumfahrt auf wie ein Schwamm. Die Mutti schmiedet schon Pläne, wie sie das Kind als zukünftige Kommandantin der ISS zu mehr Ordnung im Kinderzimmer Labor animieren kann. Was mich besonders freut: Man kann die Kinosessel ganz weit nach hinten klappen und die Vorstellung fast im Liegen genießen.
Das Programm führt uns in die unendlichen Weiten des faszinierenden Weltalls, von der Sonne beginnend bis an den sichtbaren Rand unseres Universums. Ich muss sagen, nicht nur das Wissen des Kindes erweitert sich während der Vorstellung, ich selbst lerne sehr viel neues dazu . Irgendwo hatte ich zum Beispiel schonmal gelesen, dass einige Planeten mehrere Monde haben. Aber dass es bei Jupiter und Saturn jeweils über 60 Monde sind, beeindruckt mich dann doch. Wer es nochmal genauer wissen möchte: Astrokramkiste.de .
Funfact: Der Sprecher in dieser Produktion ist Jochen Malmsheimer. Als Fan dieses wirklich wortgewandten Komikers kann ich mich stellenweise nicht auf das Weltall konzentrieren.

Sonntag dann Hallenbad. Ich bin ja neuerdings Mitglied in einem Triathlonverein. Und dort wird für Schwimmlegastheniker wie mich, ein Kraulschwimmkurs für Erwachsene angeboten. Nach bereits zwei Einheiten bin ich schon in der Lage mehrere Bahnen am Stück im Kraulstil zu schwimmen. Jetzt geht es noch um die Feinheiten in der Technik und wie man dann später beim Triathlon möglichst kraftsparend über die Schwimmdistanz kommt. Nach all meinen krampfhaften Versuchen mir diesen Schwimmstil irgendwie selbst beizubiegen, ist der jetzige Kurs ein voller Erfolg. Ohnehin ist dieser Verein eine Tolle Sache. Besonders auch deswegen, weil auf wirklich alle Leistungslevel von sehr Ambitionierten Hobbysportlern bis hin zum reinen Ich-mach-nur-in-meiner-Freizeit-ein-bisschen-Sport-Typ alles berücksichtigt wird. Jeden Tag in der Woche wird ein Training angeboten, auch am Wochenende. Das ist wirklich wunderbar, dass mich da jemand quasi überredet hat in diesem Verein mitzumachen.

#goal2019

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Nach dem Ironman auf Hawaii kann man die Triathlonsaison 2018 durchaus als beendet ansehen. Zeit sich ein paar Gedanken über neue sportliche Ziele für das kommende Jahr zu machen.

Mein ursprünglicher Wunsch für 2019 war eigentlich eine Mitteldistanz zu wagen. Während der Vorbereitung auf die Kurzdistanz in Hamburg für dieses Jahr hatte ich viele gesundheitliche Schwierigkeiten, die immer wieder den Trainingsplan durchkreuzt haben. Am Ende habe ich die Kurzdistanz gerade so geschafft. Rückblickend glaube ich, dass ich es tatsächlich mit dem Training übertrieben habe und vielleicht doch mehr gewollt habe als möglich war.
Problematisch für die anstehende Saison ist auch, dass ein vernünftig aufeinander aufbauender Trainingsplan für eine Mitteldistanz aus beruflichen Gründen nicht machbar sein wird. Es wird mehrere Wochen geben, in denen ich so gut wie überhaupt keinen Sport machen kann.

Deswegen werde ich für 2019 noch einmal bei der Kurzdistanz bleiben. Aufgeschoben ist ja nicht gleich aufgehoben. Und weil mir das alles in Hamburg so unglaublich gut gefallen hat, werde ich mich für nächstes Jahr noch einmal dort anmelden. Um das Ziel Mitteldistanz nicht ganz aus dem Auge zu verlieren, werde ich mich nach Hamburg mal auf eine Halbmarathonstrecke machen. Welche genau muss ich mir noch überlegen.

Das Training selbst werde ich auch anders gestalten als im letzten Jahr. Beim Laufen in Hamburg habe ich deutlich gemerkt, dass mir noch sehr viel Grundlagenausdauer fehlt. Darauf werde ich das Training jetzt auch möglichst lange ausrichten. Ohnehin wird der Schwerpunkt beim Laufen gesetzt, denn im letzten Jahr habe ich das Radfahren deutlich verbessert, dafür aber das Laufen viel zu sehr schleifen lassen. Und noch eines muss ich diesmal vor dem Triathlon öfters machen: Freiwasserschwimmen. Nochmal so eine Panikattacke gleich zu Beginn des Triathlons möchte ich definitiv vermeiden.

Somit sind die sportlichen Ziele für 2019 gesetzt:
1. Kurzdistanz beim Triathlon in Hamburg mit einer besseren Zeit
2. Ein Halbmarathon

#goal2019 auf gehts!

Meine erste Olympische Distanz beim Triathlon in Hamburg (Teil 6: Was bleibt)

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Triathlon vorbei. Und jetzt?
Zwei Tage nach dem Triathlon habe ich mehrere Tage mit einem Infekt flach gelegen. Mal wieder. Irgendwie sagt mir mein Körper, dass da grade was nicht richtig läuft. Drei Wochen lang habe ich dann erstmal keinen Sport gemacht und fange jetzt langsam auf einem ganz niedrigen Level wieder an. Eigentlich hatte ich noch die Teilnahme an einer weiteren olympischen Distanz in diesem Jahr geplant, aber da habe ich mich wieder abgemeldet. Doch die Gesundheit geht vor. Ich muss mal sehen wie das sportliche Leben auf andere Beine stelle.
Also was bleibt?

1. Alles ist möglich
Jedenfalls wenn man es wirklich will. Es gibt immer Mittel und Wege. Wenn mir jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, dass ich beim Triathlon in Hamburg teilnehme, hätte ich schallend gelacht. Irgendwann wollte ich etwas ändern und mich besser fühlen. Seit zwei Jahren habe ich richtig viel Spaß an Sport und Bewegung. Und mit etwas gezieltem und regelmäßigem Training kann man sehr viel erreichen.

2. Es läuft nie nach Plan
Mein Trainingsplan ist definitiv nicht aufgegangen. Diese ganzen Infekte sind sicherlich nicht nur auf zu viel Sport zurückzuführen. Aber vielleicht ein bisschen. Vielleicht habe ich einen Tick zuviel gewollt. Ich muss das alles jetzt mal sauber auswerten und überlegen wie ich mein Training sinnvoller gestalten kann, und vor allem wie ich es besser zwischen Arbeit und sozialem Leben unterbringen kann. Rückschläge wird es immer geben. Man darf an ihnen aber nicht verzweifeln, sondern man muss aus ihnen lernen. Wie heisst es so schön? Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas schönes bauen.

3. Nach dem Triathlon ist vor dem Triathlon
Eindeutig ja. Das wird sicherlich nicht mein letzter Triathlon gewesen sein. Auf welchen Distanzen ich mich demnächst herumtreibe weiß ich noch nicht. Eigentlich war es mein Wunsch bzw. Traum 2019 eine Mitteldistanz zu absolvieren. Inzwischen glaube ich, dass sich das um mindestens ein Jahr verschieben wird. Zur Zeit ist einfach zu wenig Zeit für ein solch aufwendiges Training. Aber auch Sprint- und Kurzdistanz machen genug Spaß. Außerdem kann man ja auch versuchen seine Zeiten zu verbessern, anstelle die Distanz zu erhöhen.

4. Nochmal Hamburg
Nochmal eindeutig ja. Diese Stimmung in Hamburg war einfach unbeschreiblich toll. Man kann das nur schwer beschreiben. Man muss das live und in Farbe erlebt haben. Wenns klappt fahre ich im nächsten Jahr nochmal dorthin. Egal ob für die Sprint- oder für die Kurzdistanz.

5. Ein Hoteltipp
Mir ging es vorrangig darum ein Hotel zu finden, dass möglichst nah am Austragungsort liegt, dennoch ruhig ist, nicht zu teuer aber auch kein 0815 ist. Über eine Triathlongruppe bei Facebook hat mir jemand das Hotel Wedina in der Gurlittstraße empfohlen. Ich kann das wirklich uneingeschränkt weiter empfehlen. Man findet dort Zimmer in verschiedenen Größen für unterschiedlichste Bedürfnisse. Außerdem setzen die Betreiber auf Nachhaltigkeit und ein gewisses Umweltbewusstsein. Definitiv kein 0815 und zentral gelegen.

6. Jede Menge Wäsche

Die ganze Geschichte:
Teil 1: Anreise
Teil 2: Der Tag davor
Teil 3: Raceday, das Freiwasser und ich als Michelinmännchen
Teil 4: Radfahren mit Sightseeing inklusive
Teil 5: Ein schwerer Lauf ins Ziel

#wtshamburg #triathlon #tri #tri2be #swimbikerun #swimbikerunrepeat #goal2018 #olympicdistance #olympischedistanz #kurzdistanz #triathlonlifestyle #schwimmen #laufen #radfahren #ausdauersport #ausdauertraining #beiron #ironman #überwindedeinlimit

Meine erste Olympische Distanz beim Triathlon in Hamburg (Teil 5: Ein schwerer Lauf ins Ziel)

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Der Wechsel vom Radfahren zum Laufen geht relativ zügig. Laufschuhe an und ab. Der Ausgang zur Laufstrecke ist fast direkt neben meinem Fahrrad.

Die Laufstrecke führt zunächst an der Wechselzone entlang und dann entlang der Außenalster durch eine sehr noble Gegend mit schicken Häusern. Nach etwa einem Kilometer kommt die erste Verpflegungsstation. Schon als ich losgelaufen bin, hat sich meine Blase gemeldet, mit dem Wunsch entleert zu werden. Es nütz nichts, ich muss aufs Häuschen…..
Vom Dixi geht es weiter mit grober Richtung Norden. Meine Beine brennen. Die Lunge sticht. Aus meinem Laufen wird eher ein Traben, dann ein Gehen. Ich bin sehr erschöpft und es sind wenn überhaupt erst zwei Kilometer von den insgesamt zehn geschafft. Es nützt nichts. Ich gehe ein paar Meter. Aufgeben? Bis hier hin ist es eigentlich gar nicht schlecht gelaufen, aber ich habe keine Ahnung wie ich das Laufen überstehen soll. Die Hitze macht mir zudem stark zu schaffen, obwohl die Laufstrecke viel im Schatten liegt.

Beim Laufen ist beissen angesagt. Aufgeben ist keine Option. (Foto: FinisherPix)

Ich werde von vielen Läufern überholt, vor mir muss auch jemand auf Gehen umschalten. Plötzlich klopft mir von hinten jemand im Vorbeilaufen auf die Schulter, dreht sich zu mir um und schnauft: „Allez! Allez!!!“. Ein deutlich älterer Franzose läuft vor mir her, dreht sich nochmal um und klatscht in die Hände. Recht hat er! Allez! Nicht Geh! Und ich trabe wieder locker los, hangele mich langsam von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation. Irgendwann sehe ich ein Schild „Wendepunkt 200m“, das sollte eigentlich Schwung geben, stattdessen wechsle ich nochmal zum Gehen. An der Verpflegungsstation am Wendepunkt trinke ich nocheinmal in Ruhe etwas und kippe mir Wasser über den Kopf. Die zweite Hälfte laufe ich durch. Es fühlt sich zwischenzeitlich an, als ob meine Knie etwa zwei Meter vor mir her laufen.

Je näher ich an den Rathausplatz komme, desto mehr Zuschauer stehen wieder am Rand. Einige haben ein Pappschild in der Hand und halten es auf die Laufstrecke. Darauf ein großer Punkt und die Aufschrift „Tap here to power up!“. Das mache ich. Und es wirkt.
Der letzte Kilometer ist zum genießen. Ab hier ist die Strecke komplett abgesperrt. Die Leute links und rechts hinter der Absperrung rufen mir motivierende Dinge zu wie „Gleich hast Du es geschafft!“ oder „Ist nicht mehr weit! Super!“. Etwa 500 Meter vor dem Ziel dann ein Schild: „Jetzt umkehren wäre auch blöd!“, ich muss schmunzeln. Die letzten 100 Meter über den blauen Teppich, Cheerleader links und rechts. Jeder der hier einläuft bekommt riesigen Applaus von der Tribüne. Ein echt irres Gefühl. Mein Körper schüttet Endorphine aus und dann … über die Ziellinie… GESCHAFFT!
Ich kanns kaum glauben, aber ich bin tatsächlich im Ziel. Vor über drei Stunden wollte ich fast den Kampf im Wasser aufgeben, vor einer Stunde dachte ich noch, den Lauf schaffst Du nicht mehr. Und jetzt bekomme ich eine Finishermedaille umgehängt. Ich stehe komplett neben mir.

Schaulaufen auf dem blauen Teppich. (Foto: FinisherPix)

Angekommen im Ziel. Ein kleiner Traum ist wahr geworden. (Foto: FinisherPix)

Im Zielbereich hole ich mir erst ein Wasser und dann ein alkoholfreies Bier. Auch beim Streuselkuchen muss ich zugreifen. Alle, die hier eine Medaille um den Hals haben, können gar nicht mehr aufhören mit dem Grinsen. Ich genieße noch etwas diese besondere Atmosphäre bevor ich mich aufmache und meinen Startbeutel abhole.

Finisher! (Foto: FinisherPix)

Etwas abseits ist eine Athletenarena eingerichtet. Hier gibt es Duschen, Essen und Trinken und man kann sich massieren lassen. Da ist der Andrang allerdings sehr groß, deswegen entscheide ich mich nur die Dusche zu nutzen. Außerdem gibt es hier einen Stand, an dem man sich seine Zeiten auf die Medaille eingravieren lassen kann. Alles hier ist ausgesprochen ruhig. Es wird kaum gesprochen, null Hektik. Ich nehme mir noch etwas zu trinken und eine Banane, setze mich auf eine Bank und genieße frisch geduscht mit gravierter Medaille um den Hals noch etwas diese Ruhe.
Erst um 17 Uhr kann ich wieder in die Wechselzone und meine Sachen holen. Die Zeit bis dahin verbringe ich etwas auf der Tribüne im Zielbereich. Ich besuche noch die Messestände und streichle etwas schöne neue Triathlonräder. Dann sitze ich noch etwas an der Alster in die Sonne. Über allem liegt eine unglaubliche Zufriedenheit.
Am Abend gehe ich in ein nahegelegenes Steakhaus. Zum Essen gibt es das Fußballfinale in Moskau.

Da is das Ding!

Hier gehts zurück:
Teil 1: Anreise
Teil 2: Der Tag davor
Teil 3: Raceday, das Freiwasser und ich als Michelinmännchen
Teil 4: Radfahren mit Sightseeing inklusive

#wtshamburg #triathlon #tri #tri2be #swimbikerun #swimbikerunrepeat #goal2018 #olympicdistance #olympischedistanz #kurzdistanz #triathlonlifestyle #schwimmen #laufen #radfahren #ausdauersport #ausdauertraining #beiron #ironman #überwindedeinlimit

Meine erste Olympische Distanz beim Triathlon in Hamburg (Teil 4: Radfahren mit Sightseeing inklusive)

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Es dauert lange bis ich mich aus meinem Neoprenanzug herausgepellt habe. Ich bin bereits nach der ersten Disziplin ganz schön fertig. Radshirt und Socken anziehen ist schwer, weil ich pumpe wie ein Maikäfer. Schnell noch etwas trinken, dann Helm auf, Startnummer umschnallen, Fahrrad schnappen und los gehts. Jetzt erstmal die 500 Meter zur Radstrecke laufen. Und die nehmen überhaupt kein Ende. Gefühlt dauert diese Wechselzeit genauso lange wie das Schwimmen davor.
Dann sehe ich schon die Zeitnehmermatte. Es piept zweimal laut und deutlich, ein Ordner ruft mir zu „Erst hinter der grünen Linie aufsteigen!“

Und los gehts! Ich trete erstmal langsam an, um mich etwas zu erholen. Die Radstrecke ist schon recht voll. Zunächst geht es durch einen Tunnel. Dann führt die Strecke durch die Altstadt von Hamburg. Weiter am Freihafen vorbei und ich sehe die Elbphilharmonie. Und jetzt fängt es richtig an Spaß zu machen. Zum ersten mal realisiere ich, dass ich wirklich dabei bin. In Hamburg. Auf der Kurzdistanz. Wo ich so gerne hin wollte. Ich nehme deutlich Tempo auf. Wenn ich diese Geschwindigkeit im Schnitt halten kann, dann wird das auch beim Radfahren eine Zeit mit der ich zufrieden sein kann.
Die Strecke führt dann weiter an der Norderelbe entlang in Richtung Altona. Auch an der Radstrecke hat sich einiges an Zuschauern versammelt.

Plötzlich wird es schwer in die Pedale zu treten, ich schalte runter. Was ist DAS denn? Es geht plötzlich bergauf! BERGAUF! In Hamburg! In Norddeutschland! Also damit hatte ich nicht gerechnet. Mein Tempo wird deutlich langsamer. Innerlich fluche ich, dass ich die letzten Wochen bewusst auf flacher Strecke trainiert habe, weil es doch in Norddeutschland keine Berge gibt ….

Ehrfürchtiger Blick zu den Hamburger Alpenpässen, mit denen ich mal so gar nicht gerechnet habe. (Foto: FinisherPix)

Nach der Bergetappe kommt der Wendepunkt. Ich rumpel über eine Zeitnehmermatte und dort wo es bergauf geht, geht es auch wieder bergab. Weil die Straßenverhältnisse nicht die allerbesten sind, traue ich mich allerdings nicht mit voller Geschwindigkeit da herunter zu donnern. Dann sehe ich kurz hintereinander zwei Mann, die einen platten Reifen haben und dabei sind den Schlauch zu wechseln. Ich spreche ein Stoßgebet, dass mir das erspart bleibt. Die Runde endet mit einer Schleife über die Lombardsbrücke. Dann gehts weiter in die nächste Runde. Insgesamt sind drei Runden zu absolvieren. Die zweite Runde läuft super. In Runde 1 war ich schon nur knapp unter meiner geplanten Durchschnittsgeschwindigkeit, in Runde 2 sogar etwas darüber. Das fühlt sich alles großartig an.

Insgesamt zähle ich unterwegs mindestens sechs Leute, die einen Schlauch an ihrem Fahrrad wechseln müssen. Ich frage mich, ob das an den Straßenverhältnissen hier liegt, oder ob das vielleicht ein normaler Schnitt ist bei über 10.000 Teilnehmern.
Die dritte Runde wird am Anstieg noch einmal richtig schwer für mich. Die Waden brennen. Auf dem Rückweg in dieser Runde lasse ich es ruhiger angehen und trinke zwei Powersmoothies, um nachher noch Energie fürs Laufen zu haben. Dann die letzte Schleife auf der Brücke und wieder rein in die Wechselzone.
Ich habe fast meine Geschwindigkeit gehalten und liege in meiner geplanten Zeit. Allerdings merke ich auf dem langen Weg zum Fahrradstellplatz, dass meine Beine sehr müde sind.
Jetzt heisst es nur noch ne Runde an der Alster lang laufen und dann ins Ziel! Ganz so einfach wird es allerdings nicht …

Hier gehts zurück:
Teil 1: Anreise
Teil 2: Der Tag davor
Teil 3: Raceday, das Freiwasser und ich als Michelinmännchen

#wtshamburg #triathlon #tri #tri2be #swimbikerun #swimbikerunrepeat #goal2018 #olympicdistance #olympischedistanz #kurzdistanz #triathlonlifestyle #schwimmen #laufen #radfahren #ausdauersport #ausdauertraining #beiron #ironman #überwindedeinlimit

Meine erste Olympische Distanz beim Triathlon in Hamburg (Teil 3: Raceday, das Freiwasser und ich als Michelinmännchen)

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Sonntag, 15.07.2018. Raceday.

Der Wecker klingelt um 5:00 Uhr. Trotz deutlich zu wenig Schlaf fühle ich mich super. Für Hotelfrühstück ist es noch zu früh. Daher habe ich von Zuhause diverse Müsliriegel dabei und einen Smoothie.

Mit Rucksack auf dem Rücken, Startbeutel vor dem Bauch und Fahrrad am langen Arm gehe ich die Treppen von meinem Zimmer zur Straße hinunter. Ich radel entspannt zum Eingang der Wechselzone. Ein Kampfrichter prüft meinen Helm und mein Rad auf Regelkonformität und ob alle Startnummern richtig angebracht sind. „Viel Spaß, Dein Startblock ist dahinten in diese Richtung.“

Langsam steigt die Anspannung. Ich hänge mein Fahrrad an den dafür vorgesehenen Platz und lege mir meine Sachen zurecht. Da meldet sich auch schon meine aufgeregte Peristaltik und ich mache mich erstmal auf in Richtung DIXI-Land. Und offensichtlich bin ich nicht der einzige mit diesem Ziel ….
Um 06:30 Uhr höre ich den Startschuss für die erste Startgruppe. Links und rechts neben mir schlüpfen die ersten in ihre Neoprenanzüge. Ich will irgendwie noch nicht. Also beruhige ich mich erstmal mit einem Schluck zu trinken und mit einem Performance Smoothie. Dann steige ich auch in meine zweite Haut. Alle helfen sich gegenseitig, denn es ist gar nicht so leicht in diese Dinger rein zu kommen. In meiner Startgruppe haben alle eine goldene Badekappe. Jetzt noch die Schwimmbrille und den Startbeutel und dann muss ich auch schon los zum Start und vorher noch den Beutel abgeben.

Vor dem Schwimmeingang halten wir in unserer Startgruppe noch reichlich Smalltalk, und ich merke, es gibt hier einige, die noch deutlich aufgeregter sind als ich. Und dann gehts auch schon los. Mein Blick fällt auf ein Schild auf dem steht: „Schmerz geht, Stolz bleibt!“

Schmerz geht, Stolz bleibt! Genau so wird es sich am Ende auch anfühlen.

Hinter dem Eingang nimmt uns eine Animatöse in Empfang und macht mit uns gemeinsam ein kleines WarmUp. Gute zwei Minuten hampeln und laufen wir alle auf der Stelle und werfen unsere Arme mehr oder weniger unkoordiniert in die Luft. Wir sehen in unseren Neoprenanzügen alle aus wie schwarze Michelinmännchen auf Extasy, danach ein TSCHACKA! WIR SCHAFFEN DAS! und wir dürfen zum Wasser. Wer mag, kann am Getränkestand noch einmal zugreifen. Ich mache das nicht, denn ich habe keine Lust unterwegs in meinen nagelneuen Neoprenanzug hinein zu pullern. 😉

Wie immer gehe ich als einer der letzten ins Wasser. „Noch zwei Minuten bis zum Start!“, sagt der Ansager. Die Musik wird lauter. Er fragt uns „Seid ihr bereit für euren Triathlon?“, und „JAAAAAAAA!“ bekommt er als Antwort zurück (obwohl ich eher denke: naja, so ein bisschen…also ich hoffe). Die letzte Minute vor dem Start bricht an. Noch zehn Sekunden. Alle 120 Starter halten sich an einer Leine an der Startlinie im Wasser fest. „Fünf! Vier! Drei! Zwei! …“ Startschuss.
Nach noch nichtmal fünf Kraulzügen habe ich plötzlich Panik. Und das nicht wenig. Keine Ahnung warum. Das Atmen fällt mir schwer und alles um mich herum wird komisch. Ich versuche es nochmal, … nee … geht nicht. Ich schwimme kurz auf der Stelle …. ich denke: Scheiße, Du hättest doch nochmal irgendwie vorher im Freiwasser mit Neo trainieren sollen! … Habe ich aber nicht. Und in Berlin bei der Sprintdistanz war kein Neo erlaubt. Alles Mist… und jetzt? Aufgeben? Wo sind die anderen eigentlich hin? Eine Frau im Kanu von der Wasserwacht ruft mir zu: „Alles OK?“. Ich zeige mit meinem Daumen in die Luft. Na dann eben erstmal mit Brustschwimmen. Die ersten 50 Meter schwimme ich wie Oma Pasulke im Schwimmbad mit Kopf über Wasser. Keine Ahnung warum. Irgendwann bekomme ich die Kurve und komme zumindest in einen vernünftigen Brustschwimmrhythmus. Ich denke lange Zeit, dass alle schon weit weg sind, und ich hier ganz für mich alleine schwimme. Dann nehme ich irgendwann rings herum wieder meine Umwelt wahr und ich überhole jemanden und werde selbst auch überholt. Dann fluppt es plötzlich ganz gut. Da ist auch schon die Lombardsbrücke unter die ich durch muss in die Außenalster. Dann kommt auch schon die Wendeboje. Wieder zurück unter der Brücke durch und den Rückweg fest im Blick.
Irgendwann schätze ich es sind noch 400 bis 500 Meter bis zum Ausstieg. Auf einmal schwimmen links von mir zehn bis zwanzig Leute sehr dynamisch an mir vorbei. Moment mal? Haben die etwa eine blaue Badekappe auf? Hallo? Das bedeutet ja ….genau, die sind von der nachfolgenden Startgruppe! Verdammt! Zunächst bin ich demotiviert, aber dann rechne ich mir aus, dass wenn die zehn Minuten hinter mir sind ….. und die in einer sehr gute Zeit schwimmen …. noch 400m bis zum Ausstieg ….. zwei im Sinn …. tritratrullala … HA! Das bedeutet wenn die jetzt auf meiner Höhe sind, bin ich ja noch fast in meiner geplanten Zeit! Jawoll! Und diese Erkenntnis trägt mich ins Ziel. Noch einmal unter einer Brücke durch in die Kleine Alster. Am Rand stehen unglaublich viele Leute und feuern uns an. Am Schwimmausstieg helfen mir zwei Leute auf die Beine.

Das Michelinmännchen tapert fix und fertig in Richtung Wechselzone. (Foto: FinisherPix)

Mein Kreislauf braucht einen Moment sich in der aufrechten Lage zu fangen. Dann registriere ich die ganze Leute rechts und links am Weg zur Wechselzone. Ich trabe los, öffne dabei meinen Neo, Badekappe ab und der Blick auf die Uhr: 40 Minuten. Wie geil! 37 waren geplant, da hat mich die kleine Panikattacke und das Brustschwimmen gar nicht mal so viel Zeit gekostet. Ich freu mich tierisch. Zu meinem Fahrrad in der Wechselzone sind es ca. 250 Meter, vorbei an all den Leuten und an der Sambatruppe am Eingang zur Wechselzone. Super! Jetzt fängt es an richtig Spaß zu machen. Und ich stelle fest: Mein Fahrrad ist nicht das einzige, das noch in meinem Startblock steht.

Eingang zur längsten Wechselzone der Welt.

Hier gehts zurück:
Teil 1: Anreise
Teil 2: Der Tag davor

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Meine erste Olympische Distanz beim Triathlon in Hamburg (Teil 2: Der Tag davor)

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Samstag, 14.07.2018, der Tag vor dem großen Tag.
Das Hotel hat einen Garten, in dem man frühstücken kann. Wunderbar! Die Hotelwahl war schonmal genial stelle ich fest. Und außerdem ist es nur wenige hundert Meter vom Ballindamm, und somit der Wechselzone, entfernt.

Idyllischer Garten im Hotel.

Nach einem wunderbar entspannten Frühstück mache ich mich auf in Richtung Jungfernstieg. Heute gehen die Triathleten für die Sprintdistanz an den Start. An der Lombardsbrücke muss ich die Radstrecke überqueren. Vorher schaue ich ein wenig den vorbeirauschenden Radfahrern zu.

Radstrecke kurz vor der Lombardsbrücke.

Hier klicken: Video Radstrecke

Plötzlich frenetischer Applaus aus allen Ecken. Ich schaue nach rechts und erkenne Warum: Ein Mann etwa in meinem Alter hat einen Anhänger an seinem Fahrrad. Darin sein schwerstbehindertes Kind. Er muss ganz schön treten, um das Tempo der anderen annähernd mitzuhalten. Es ist sehr, sehr rührend zu sehen wie er sein Kind voller Stolz über diese Triathlondistanz bringt und das Kind einen Mords Spaß dabei hat. Einfach schön.

Ich schlender die Wechselzone entlang. Dabei stelle ich fest, dass diese 500 Meter doch irgendwie sehr lang sind. Der Ausgang zum Laufen am einen, der Ausgang zum Radfahren am anderen ende. Das ist wirklich sehr weit, denke ich. Das ich VERDAMMT weit! Das ist auch nicht schön, denke ich. Und ich denke weiter: Das ist ein ganzer Kilometer, den ich allein in der Wechselzone zwischen Rad- und Laufstrecke zusätzlich zurücklegen muss! Samson aus der Sesamstraße würde diesen Umstand mit einem „Uijuijuijuijui!“ kommentieren ….

Am Jungfernstieg schaue ich bei einigen Schwimmstarts zu. Dabei merke ich wieder, dass ich immer noch auf Kriegsfuß mit dem Freiwasserschwimmen stehe. Es gelingt mir für den Rest des Tages diesen Gedanken zu verdrängen.
Weiter gehts zum Schwimmausstieg an der Kleinen Alster. Einige kommen völlig entkräftet aus dem Wasser. Das Schwimmen ist für viele Triathleten der größte Kampf mit sich selbst, zumindest bei den Anfängern. Aber die hier haben es geschafft, und sie ernten reichlich Applaus von den zahlreichen Zuschauern hier.

Die letzten Meter der Schwimmstrecke.

Schwimmausstieg an der „Kleinen Alster“.

Hier klicken: Video Schwimmstart

Hier klicken: Video Schwimmausstieg

Nicht weit vom Schwimmausstieg entfernt ist der Zieleinlauf. Hier wird jeder Finnischer mit Jubel uns Applaus und von einer Sambatruppe empfangen. Die Stimmung hier ist einfach nur großartig. Riesiger Jubel setzt ein, als der Sportler mit seinem behinderten Kind in die Zielgerade einbiegt und den Anhänger über die Ziellinie schiebt. Gänsehaut pur!
Der älteste Teilnehmer an diesem Tag ist übrigens 84 Jahre alt.

Am Abend schaue ich mir die Elitesportler an, die Profis, die im Rahmen der ITU World Triathlon Series in einer Sprintdistanz um Punkte kämpfen. Die Leistungen dieser Sportler sind sehr beeindruckend.

Berauscht von all diesen Eindrücken kommt mir noch einmal die Theorie des Carboloading in den Sinn und ich entscheide mich für eine Pizza zum Abendessen.
Zurück im Hotel bringe ich meine Startnummer am Fahrrad an und packe meinen Startbeutel und meine Tasche für die Wechselzone.

Die Startnummer für den Rennesel.

Die Nacht wird früh zu Ende sein, denn um 6:00 Uhr muss ich beim Checkin in der Wechselzone stehen.
Die Bilder des vergangenen Tages und die Gedanken an den kommenden Tag lassen mich nur wenig schlafen, aber damit kann ich leben.

Hier gehts zurück:
Teil 1: Anreise

Am Ende dieses Beitrages noch ein paar Videos und Eindrücke vom Profirennen:

Wechsel 1 vom Schwimmen aufs Rad

Radfahren

Laufen

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Meine erste Olympische Distanz beim Triathlon in Hamburg (Teil 1: Anreise)

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Am Freitag, den 13.07.2018 ist es soweit. Ich lade früh morgens mein Fahrrad und meine (gefühlt gesamte) Sportausstattung in das extra dafür gemietete Auto. Mein Nissan Micra ist für solche Gepäckgrößen weniger geeignet.

Packtag
Packtag. Oder: Tetris im Auto.

Die Vorfreude ist riesig. Ich hätte vor einiger Zeit nie gedacht, dass ich so etwas mal mache. Und nun ist es in zwei Tagen soweit. Ich nehme am Hamburger Wasser World Triathlon teil, auf der Kurzdistanz!
Der Weg bis hierhin war mit hohen Hürden bestückt: Ständig irgendwie krank, immer wieder Änderungen im Trainingsplan wegen dem Dienst. Irgendwann hatte ich sogar mal überlegt die ganze Sache abzublasen. Nur irgendwie wollte ich dieses Ziel nicht aufgeben und habe dann den Entschluss gefasst: Du schaffst das sicherlich nicht in Deiner geplanten Zeit, aber irgendwie wirst Du Dich schon ins Ziel schleppen.
Ob das klappt, werde ich am Sonntag sehen. Ich schwanke quasi stündlich zwischen riesigem Zweifel und hochmotiviert.

In Hamburg angekommen gestaltet sich die Parkplatzsuche am Hotel äußerst schwierig. Im Hotel kann ich aber relativ günstig in einer Tiefgarage einen Parkplatz dazu buchen. Dort wird das Auto in eine Box gefahren und wie in einem Hochregallager gestapelt. Kein Witz! Leider habe ich total vergessen dieses Highlight zu filmen. Ich kann aber versichern: Mein Ingenieur-Herz hat Purzelbäume geschlagen.

Nach dem Einchecken im Hotel mache ich mich auf den Weg, um meine Startunterlagen auf dem Gänsemarkt abzuholen. Ganz stolz lege ich meine Anmeldeunterlagen und meinen Personalausweis auf den Tisch. Dafür bekomme ich dann allerhand Zeugs: Infoheft, Badekappe, Startnummer, Zeitchip, Startbeutel, Trinkflasche und (absolut männlich!) von Dove einen drei in eins Duschschaum. Dusche, Rasur und Pflege in einem! Hammer! (Spoiler: Ich dusche am Abend völlig normal mit Duschgel vom Hotel).

Ich glaube zwar nicht an die Theorie vom Carboloading, aber ich stärke mich anschließend bei Vapiano mit einer Portion Pasta. Man kann schließlich nie wissen.
Satt und gestärkt mache ich mich auf zum Erkunden. Die Wechselzone wird grade noch aufgebaut, der Zielbereich am Hamburger Rathaus ist fertig, beim Schwimmausstieg wird noch fleißig gewerkelt. Überall wird blauer Teppich ausgelegt, Werbebanner, eine große Tribüne.

Hier werde ich am Sonntag ins Ziel einlaufen. Nach 1500 Meter schwimmen, 40 Km radfahren und 10 Km laufen.
So jedenfalls der Plan.

Schwimmausstieg in the Making
Am Schwimmausstieg an der Kleinen Alster wird noch fleißig gewerkelt.

Ich kann irgendwie immer noch nicht glauben, dass ich hier dabei sein soll. So langsam steigt dann doch etwas Nervosität in mir auf. Unterwegs treffe ich jede Menge andere Teilnehmer. Wir erkennen uns gegenseitig an dem blauen Startbeutel. Gemeinsam erkunden wir die Wege von und zur Wechselzone. Und egal auf wen man trifft, es werden immer zu Beginn die gleichen Fragen geklärt:
1. Rookie oder alter Hase?
2. Sprint oder olympisch?
3. Startzeit?
4. Geplante Zeit?
Man hilft sich, tauscht Informationen und Erfahrungen aus. Und ich merke, auch alte Hasen sind sehr nervös und aufgeregt.

Wechselzone
Der Ballindamm wird in die längste Wechselzone der Welt verwandelt. Sie ist 500 Meter lang. Was das wirklich bedeutet, werde ich noch merken.

Den Abend verbringe ich im Hotel. Ich studiere das Infoheft und versuche herauszufinden wo ich meinen Startbeutel abgeben muss, und ich überlege was ich nach dem Wettkampf alles brauche und da rein packen muss.
In dieser Nacht schlafe ich trotz aller Aufregung erstaunlich gut.

Programm

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