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Von Angeln und Fischen keine Ahnung. Wahlheimat Ruhrgebiet. Von Beruf Landesverteidiger. Schwäche für Schokolade. Leidenschaftlicher Hobbykoch und noch leidenschaftlicherer Esser. Kann zaubern.

Wochenende 16./17. November 2019

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Das Leben ist bei mir zur Zeit eine große Baustelle. Eine schöne Baustelle. Denn ich mache mir grade eine Eigentumswohnung hübsch. Was ich selbst erledigen konnte ist jetzt getan. Nun müssen erstmal Fachkräfte aus dem Handwerk ran. Es ist unglaublich schwer derzeit Handwerker zu finden. Grade gute Handwerker sind Mangelware.
Am Samstag war ich dann auf der Suche nach bezahlbarem Holzfußboden. Mir schwebten anfangs Dielen vor, bin dann aber aus verschiedensten Gründen doch beim Fertigparkett hängen geblieben. Ich konnte schlussendlich einen sehr schönen und auch bezahlbaren Restposten ergattern.

Der Rest vom Samstag war dann Entspannung mit viel Kuchen und Brotzeit bei der Familie in der sauerländischen Heimat. Der Kalorienbedarf für diese Woche ist somit gedeckt.

Sonntag Vormittag war dann Friedhof angesagt. Als Landesverteidiger habe ich schon so manchen Volkstrauertag auf einem Friedhof gestanden und gefallenen Kameraden gedacht. Seit sich die Bundesrepublik Deutschland auch mit Auslandeinsätzen der Bundeswehr weltweit engagiert, ist dieses Thema mehr denn je wieder präsent. Die Leiden des Krieges, insbesondere der beide Weltkriege darf niemals mehr in Vergessenheit geraten. Besonders seitdem neuerdings wieder Nazis in unseren Parlamenten eingezogen sind, ist es aus meiner Sicht dringend geboten diese mahnenden Erinnerungen wieder hervorzuholen, und zu verdeutlichen, was aus Diskriminierung von anderen Kulturen, Glaubensrichtungen oder sexueller Neigungen werden kann. Die Geschichte hat uns dies in den 30er und 40er Jahren deutlich vor Augen geführt. Nur viele scheinen diese Lehrstunde bis heute nicht begriffen zu haben. Mit diesen Gedanken bin ich nicht alleine. Denn diese Gedenkveranstaltung war diesmal sehr gut, auch von sehr vielen jungen Leuten, von denen zwei Gymnasiasten eine beeindruckende Rede gehalten haben. Da soll noch einmal jemand behaupten, dass junge Menschen sich nicht für Politik interessieren.

Sonntag Abend war dann die Stunde der Wahrheit. Die Trainer im Triathlonverein hatten uns eine Woche zuvor beim Schwimmen gefilmt. Jetzt wurde ausgewertet. Es war super spannend sich selbst beim Schwimmen mal zu sehen. Es gab eine Unterwasser- und eine Oberwasserperspektive, jeweils von vorne und von der Seite. Man denkt ja immer, dass die Bewegungen sich richtig anfühlen, bis man dann mal sieht wie es wirklich aussieht. Zu den Videos gab es dann zahlreiche Tipps wie man diese Technikfehler beim Schwimmen ausgleicht und mit welchen Übungen man den Fehlern entgegenwirken kann. Super Sache!
Erst im Januar habe ich überhaupt mal richtig Kraulschwimmen gelernt, und jetzt kann ich mir schon Gedanken über Feinheiten in der Technik machen. Das ist für mich ein riesengroßer Fortschritt.

Zwitscherhighlights im Oktober 2019, Teil 2

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Zwitscherhighlights im Oktober 2019, Teil 1

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https://twitter.com/peterbreuer/status/1186255927395135488?s=20

#goal2020

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Am Wochenende ist der Ironman auf Hawaii. Das ist für die meisten auch das Ende der Triathlonsaison.

Zeit sich mal Gedanken über die Ziele für 2020 zu machen.

Ein Halbmarathon und eine besser verlaufende Kurzdistanz waren für 2019 das Ziel. Nachdem Hamburg ganz gut verlaufen war habe ich tatsächlich mit einer Mitteldistanz geliebäugelt.
Problematisch an der Sache ist, dass ich mich im September schon für eine Mitteldistanz hätte anmelden müssen. Aber eigentlich wollte ich erstmal schauen wie ein Training mit umfangreicheren Distanzen auf meinen Körper wirkt und dann im Frühjahr entscheiden ob Mitteldistanz oder nicht. Mit Anmeldefristen bis zu neun Monaten voraus war das aber nicht möglich. Klar ich hätte auf Risiko anmelden können, aber das schien mir dann doch etwas gewagt. Und somit habe ich mich entschlossen 2020 noch einmal auf der Kurzdistanz zu bleiben, aber dafür mindestens zwei, besser drei zu machen, und auch mit besseren Zeiten, nochmal die Halbmarathonzeit verbessern und ein Radrennen von mindestens 100 Km zu bestreiten.
Die Trainingsumfänge werden dadurch deutlich ausgeweitet und ich kann sehen wie mein Körper das wegsteckt. Wenn das gut gehen sollte, kann ich 2021 die Mitteldistanz anpeilen.

Und damit steht ein erster grober Plan für das #goal2020:

Halbmarathon in Duisburg, Zielzeit 2:15
Triathlon Olympische Distanz Hamburg, Zielzeit 3:15
Cyclassics Hamburg (100 Km), Zielzeit 3:00 (sehr ambitioniert)

Als weitere Olympische Distanzen überlege ich den Heidelbergman (Herausforderung mit Höhenmetern!) und über den Triathlon auf Norderney nach. Aber das ist alles noch sehr vage. Vielleicht hat der Ein oder Andere auch eine Empfehlung für ein tolles Event?

Zwitscherhighlights im September 2019

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https://twitter.com/mingoberlin/status/1171821117704523776

Und das absolute Highlight war dieser Tweet:
(unbedingt auch die Kommentare lesen!)

Umbrüche im Leben und Durchbrüche in der Wand

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Huhu! Ja, ich lebe noch. Nicht, dass Sie denken in meinem Leben passiert nix bloggenswertes mehr. Es ist paradox, aber es passiert grade eigentlich mehr als ich schreiben kann. Nur ist es leider so, dass mein Fokus grade an anderer Stelle dringender gebraucht wird.

In den letzten Jahren bin ich auf meinem Lebensweg wohl öfters mal falsch abgebogen. Und wie man das so macht wenn man sich verlaufen hat, man begibt sich an eine bekannte Stelle, an der man schonmal war. Deswegen steht schon bald ein Umzug an. Ich bleibe dem Ruhrgebiet natürlich treu.
Warum ein Umzug? Nun, ich habe vor einiger Zeit ein paar Wohnungen gekauft, eine für mich, die anderen zum vermieten. Dann bin ich der Liebe wegen aus jener Wohnung ausgezogen. Von da an hatte ich nur noch Pech was das Vermieten angeht. Ein Griff nach dem anderen ins Klo. Die Liebe ging dann auch den Bach runter. Und die unglücklich ausgewählten Mieter rockten zudem die Immobilienanlage in einen erbärmlichen Zustand herunter.
Am liebsten hätte ich mich von den Mietern und auch den Immobilien getrennt. Die Trennung von den Mietern ging dann mit etwas Aufwand, jedoch für den Immobilienverkauf wollte Vater Staat immense Spekulationssteuer abkassieren. Und so beschloss ich kurzerhand selbst wieder in mein Eigentum einzuziehen. Dort ist nun viel Renovierungsbedarf. Handwerker zu finden ist schwierig. Immerhin sind zwei Wanddurchbrüche jetzt da, wo sie sein sollen. Mal sehen wann dann der Elektriker jetzt Zeit findet … Zudem bin ich offensichtlich das Opfer meiner eigenen Gutmütigkeit geworden und trotz gutem Jobverhältnis und gutem Einkommen nicht mehr Kreditwürdig. Das macht unterm Strich jetzt sehr viel Eigenleistung notwendig. Und so fehlt die Zeit hier das Erlebte niederzuschreiben …

Jobmäßig hat mich der Dienstherr an eine Stelle gesetzt, wo ich nun sehr glücklich bin. Ein tolles Umfeld, fachlich etwas, wovon ich sehr viel verstehe, genug zu tun, dass keine Langeweile aufkommt. Aber auch mit sehr viel Reisetätigkeit verbunden, was der Eigenleistung im Eigenheim kontraproduktiv entgegensteht. Man kann halt nicht alles haben.

Sport mache ich auch noch. Denn den brauche ich definitiv. Ohne dieses Ventil würde ich vermutlich längs mit einer laufenden Kettensäge um mich wirbelnd durch die Gegend rennen … Die Offseason hat begonnen, und da heisst es jetzt erstmal locker trainieren und die Grundlagenausdauer optimieren. Der Fahrplan für das kommende Triathlonjahr steht in großen Teilen schon (zumindest gedanklich). Dazu aber in einem extra Beitrag etwas mehr. #goal2020

Sommerurlaub 2019, Teil 2

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Nach einer Woche im Dorf ging es für eine Woche auf eine Almhütte. Und zwar auf die Posch´nhütte auf der Genneralm. Ich wollte bewusst mal mehrere Tage auf eine Alm. Einfaches Leben ohne großen Komfort und keinen Handyempfang. Es war wirklich wunderbar. Morgens mit Blick in die Berge frühstücken, tagsüber auf einen der umliegenden Gipfel wandern, abends erst Kühe streicheln und dann bei rustikaler, guter Küche mit den Hüttenbetreibern und anderen Gästen den Tag mit Gesprächen und Blick in die Berge ausklingen lassen. Dabei ein Glas Bier und üblicherweise auch drei bis sieben Schnäppsken.
Zu meinen Lieblingsgerichten wurden die Kaspressknödelsuppe und Pofesen.

Die Wanderungen waren allesamt wunderschön. Da man von der Alm aus losgehen konnte, konnte man sich ein paar Höhenmeter zum Gipfel sparen und so auch durchaus anspruchsvolle Wege in luftiger Höhe bewandern. Und so wurde aus dieser Woche das beste an Erholung herausgeholt was ging. So ein längerer Besuch auf einer Almhütte erdet ungemein. Das muss ich unbedingt noch einmal machen.

Die Posch´nhütte auf der Genneralm wird von sehr netten Wirten betrieben und bietet 16 sehr bequeme Schlafplätze.
Das Panorama der Genneralm war besonders am Morgen und am Abend besonders schön zu genießen.
Auch auf den Wanderungen wurde ich mit tollen Ausblicken belohnt.
Die dürfen natürlich auch nicht fehlen auf einer echten Alm. An den Abenden kamen die sie zum Stall. Die Kühe zum melken, die Ochsen für Kraftfutter

Sommerurlaub 2019, Teil 1

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Ich gehe ja bisweilen sehr gerne wandern, oft auch in den Bergen. Da wurde es auch mal Zeit eine Reise nach Österreich zu machen. Ich war bisher nur in Wien. Dort war ich damals zu einem richtigen Ball in der Hofburg geladen, was ein sehr beeindruckendes Erlebnis war. Auch die Stadt Wien hatte damals sehr viel zu bieten, aber Wandern stand damals nicht auf der Tagesordnung.

Und so landete ich diesmal im Salzburger Land. Zunächst in einem kleinen Dorf in einer Ferienwohnung. Von hier aus schaute ich mir zunächst eine Woche lang ein wenig die umliegenden Städte an. Natürlich Salzburg, St. Gilgen, St. Wolfgang und Bad Ischl.

In Salzburg zieht es wohl die meisten Touristen in die Getreidegasse, wo man das Geburtshaus von Mozart bewundern kann. Dabei hat Salzburg soviel mehr zu bieten als die Geburtsstadt eines Ausnahmemusikers zu sein. Salzburg hat eine wunderschöne Architektur. Und auch hier gilt, was ich für ganz Österreich unterschreiben würde: Kirche und Friedhöfe können die. Oben auf der Salzburg hat man dann einen wunderschönen Blick auf die Stadt und die Berge.
Der Name Salzburg hat durchaus seine Begründung. Salz spielte in dieser Gegend immer eine sehr große Rolle und gab den Menschen dort über Jahrhunderte Arbeit, sorgte aber auch für Krieg gegen die Bayern. Im Salzburger Land kann man mehrere Salzbergwerke besichtigen und viel über die Geschichte des Salzes lernen. Ich habe die Salzwelten in Hallein besucht. Das war eine super spannende Angelegenheit und besonders mit Kindern ein sehr lohnenswerter Ausflug.

St. Gilgen und St. Wolfgang kann man mit einer wunderschönen Bootstour über den Wolfgangsee verbinden. Beide Städte sind sehr unterschiedlich und jeweils schön auf ihre eigene Art. Und die größte Überraschung: Das Weiße Rössl ist rot angestrichen.

Bad Ischl hat mich nicht so sehr überzeugt. Auch wenn es einer der Lieblingsorte vom Kaiser Franz war und er seinerzeit mit seiner Sissi dort die Verlobung gefeiert hat. Jedoch das Café Zauner dort, hat mich dann mit seiner äußerst einladenden Kuchentheke überzeugt.

Blick auf Salzburg.
Salzburger Dom. Sehr schick und reichlich pompös.
Die Gassen in St. Wolfgang sind schmal und von wunderschönen großen alten Häusern gesäumt. Auch hier gibts sehr schöne klerikale Bauten
Das Hotel „Im Weissen Rössl“ war zu meiner Überraschung rot gestrichen.
Von St. Gilgen kann man eine schöne Fahrt nach St. Wolfgang mit einem historischen Schiffchen machen. Dauert ca. 45 Minuten und bietet tolle Aussichten.
In den Salzwelten in Hallein übertritt man Untertage die Stadtgrenze von Bayern und Österreich.
Ein etwas anderer Blick auf den Wolfgangsee.
Die Eisriesenwelten sind eine über 40 Km lange Eishöhle, in der eingedrungenes Schmelzwasser wieder zu Eis gefriert. Draußen 30 Grad, drinnen knapp unter Null Grad. Mit dicker Jacke an und Öllampe in der Hand muss man während der Führung etwa 1400 Treppenstufen bewältigen. Auch der Weg zur Höhle hin ist sehr spektakulär.

Zwitscherhighlights im Juli 2019

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Urlaubsbedingt etwas verspätet meine Zwitscherhighlights aus dem Monat Juli.

https://twitter.com/movatxn/status/1151485323500802049

7. Juli 2019, zum zweiten mal Triathlon in Hamburg auf der olympischen Distanz

7. Juli 2019, zum zweiten mal Triathlon in Hamburg auf der olympischen Distanz published on Keine Kommentare zu 7. Juli 2019, zum zweiten mal Triathlon in Hamburg auf der olympischen Distanz

Vor ziemlich genau einem Jahr stand für mich fest: Das mache ich 2019 noch einmal. Und so stehe ich wieder in der endlos riesigen Wechselzone auf dem Ballindamm und friere vor mich hin. 15 Grad, bewölkt, immer wieder etwas Nieselregen. Der Animateur am Start sagt grade durch, dass die Alster muckelige 17 Grad hat. Eigentlich freue ich mich darüber. Klingt komisch, is aber so. Denn unter 22 Grad heißt: Es darf im Neoprenanzug geschwommen werden, und das ist deutlich einfacher als ohne. Mein Fahrrad steht an seinem vorgesehenen Platz, Helm und Startnummernband hängen am Lenker, Schühchen zum Radfahren und Laufen stehen parat. Bis zu meinem Start sind es noch gute eineinhalb Stunden. Viel zu früh war ich hier. Aber im Hotel habe ich es auch nicht mehr ausgehalten.

Gefühlt war ich schon 47 mal auf dem Klo, eine Folge der Mischung aus großer Freude und Aufregung. Dabei brauche ich eigentlich nichts zu fürchten. Die letzten Monate sind trainingstechnisch super gelaufen. Auch wenn es zeitlich wegen der Arbeit nicht immer lief wie geplant, so habe ich doch einige Trainingskilometer geschafft. Außer auf dem Rad vielleicht. Das ist wirklich etwas kurz gekommen. Meine Laufzeiten konnte ich deutlich verbessern und ich habe es sogar geschafft als Ü40 das Kraulschwimmen noch zu lernen (Ein Hoch auf Arne!). Auch gesundheitstechnisch lief alles super in dieser Saison. Also alles gut.

Dann fangen alle in meinem Startblock an sich den Neo anzuziehen. Ich habe meinen natürlich schon an. Und natürlich ziehe ich den obenrum noch mal aus …denn …. richtig …. ich muss dann doch nochmal pullern …
Ca. 20 Minuten vorher wird mein Startblock (das sind so 150 bis 170 Leute) in den Vorbereich vom Schwimmstart herein gelassen. Dort empfangen uns zwei Vorturner, die zu einem kleinen Aufwärmprogramm animieren. Ich komme zu dem gleichen Schluss wie im letzten Jahr: Von Außen sehen wir in unseren Neos dabei aus wie Michelinmännchen auf Extasy.

Zwei Minuten vor dem Start steige ich ins Wasser und sortiere mich hinten rechts ein. Um mich herum nehme ich so gut wie nichts wahr. Auch die übliche Panik, die ich bei den vergangenen Triathlons gerne mal im Freiwasser hatte, stellt sich diesmal nicht ein. Gottseidank. Dann das Startsignal. Ich starte mit Brustschwimmen, weil ich mich da immer noch sicherer fühle, zwischendurch gelingt es mir aber immer wieder in den Kraulstil zu wechseln. Ein ganze Weile geht das recht gut und ich bin irgendwo im Mittelfeld. Unter der Lombardsbrücke hindurch geht es in die Außenalster. Die Bojen für die Wende kommen und es geht wieder zurück Richtung Jungfernstieg. Wieder in der Binnenalster werde ich von den ersten der nächsten Startgruppe überholt. Ich lasse mich dadurch aber nicht verrückt machen, aber dann plötzlich … semmelt mir einer mit seinem Kraulschwung voll auf die Glocke. Vor Schreck nehme ich einen tiefen Schluck Alsterwasser und muss kurz etwas auf der Stelle schwimmen. Immerhin entschuldigt sich der Rüpel. Aber das gehört eben auch beim Triathlon zum Freiwasserschwimmen dazu. Kurz vorm Ausstieg bekomme ich nochmal einen Schlag ab. Beim Ausstieg an der kleinen Alster und auf dem Weg zur Wechselzone stehen hunderte Zuschauer und feuern an. Das pusht ungemein. Der Blick auf die Uhr zeigt: Nicht schneller als im letzten Jahr, dafür aber auch nicht so abgekämpft.

Etwa 300 Meter ist der Weg zur Wechselzone. Direkt am Anfang steht mein Bike. Ich versuche alles möglichst schnell zu machen. Aus dem Neo raus, Shirt an, Helm auf, Nummer umschnallen, Radschuhe an. Viele machen ihre Schuhe direkt auf den Pedalen fest, laufen barfuss zur Radstrecke und schlüpfen dann während der Fahrt in die Schuhe. Ich habe das ein paar mal probiert. Und nachdem ich mich dabei mit dem Fahrrad auf Maul gelegt habe, habe ich mich für die Variante entschieden mit Radschuhe an zur Radstrecke zu laufen.

Auf der Radstrecke trete ich zunächst etwas ruhiger in die Pedale. Erstmal greife ich zu einem Gel, um direkt wieder etwas Energie zuzuführen. Eine Erfahrung aus dem letzten Jahr, wo ich viel zu spät etwas gegessen habe und dann war beim Laufen keine Energie mehr da. Also jetzt ein Gel direkt zu Beginn auf der Radstrecke. Also eigentlich nur ein halbes Gel, denn irgendwie bekomme die Tüte nicht auf, Fummel mit Zähnen und Hand an der Öffnung rum, lege mich dabei fast auf den Asphalt und besudelt mich mit einem Teil vom Gel … ich will da nicht drüber reden.
Die Radstrecke bietet wie im letzten Jahr sehr viel Sightseeing: Freihafen, Elbphilharmonie, Reeperbahn. In diesem Jahr auch die zusätzliche Attraktion: Sehr viel Wind. Vor allem Gegenwind. Jetzt könnte man meinen, dass wenn man auf dem Hinweg Gegenwind hat, hat man auf dem Rückweg Rückenwind. Ich weiß nicht woran das liegt, aber irgendwie dreht der Wind auf magische Weise jedes mal wenn auch ich die Richtung ändere.
Die erste Runde von drei klappt ganz gut. Der Blick auf die Uhr zeigt allerdings, dass ich langsamer als geplant unterwegs bin. Auf Runde zwei versuche ich etwas schneller zu sein, gelingt mir aber nicht wirklich. In der dritten Runde merke ich dann deutlich das fehlende Training auf dem Rad. Dennoch kann ich alle drei Runden relativ konstant durchfahren. Am Ende sind es ein paar Minuten langsamer als im letzten Jahr.

Der Wechsel zum Laufen sollte jetzt zügig gehen. Sollte. Wie ich so in die Laufschuhe schlüpfen will stelle ich fest, dass in den Schnürsenkeln noch die Knoten vom Stadtlauf in Bad Essen drin sind. Ganze vier Minuten verfluche ich mich selbst und entknote dabei meine Schuhe. Was für ein dämlicher Anfängerfehler! Nützt nix. Irgendwas muss ja schiefgehend, vong Spannung her und so …

Das Laufen geht gut an. An der Laufstrecke ist es vergleichsweise ruhig. Am Westufer der Alster geht es an vielen schicken Häuschen vorbei bis zum Nordzipfel der Alster. Im Vergleich zum letzten Jahr muss ich mich beim Laufen nicht so sehr quälen und laufe konstant mein Tempo durch. Es könnte sicherlich etwas schneller sein, aber ich habe mir vorgenommen durchzulaufen und mit diesem gewählten Tempo weiß ich, dass ich das schaffe. Der Triathlon in Hamburg ist wirklich gut organisiert. Das merkt man auch an den Verpflegungsstationen, die exakt alle 2,5 Km alles bieten was man braucht. Nach dem Wendepunkt fängt es an wie aus Kübeln zu regnen. So rein Wettertechnisch ist heute wirklich alles dabei.
Kurz bevor der Weg in die Altstadt Richtung Rathaus führt ruft mir jemand zu: „Komm gib nochmal Gas! Jeder Meter ist bezahlt!“ Da hat er wohl recht.

Die letzten 500 Meter sind dann zum genießen. An der Strecke und auf dem Rathausplatz ist Partystimmung. Allein dafür lohnt sich die Teilnahme hier in Hamburg. Dann kommt auch schon der Zielbogen in Sichtweite. Jetzt heißt es Lächeln, Bauch rein und Brust raus fürs Finisherfoto!
Ich laufe zwei Minuten schneller ins Ziel als beim letzten mal. Eigentlich hatte ich mir eine deutlichere Zeitverbesserung vorgenommen. Auf der Radstrecke und bei den Wechseln habe ich einfach zu viel Zeit liegen lassen. Aber das alles ist jetzt egal. Diesmal war es in jedem Fall viel mehr Spaß und deutlich weniger Quälen. Stolz wie Bolle nehme ich meine Finishermedaille in Empfang.

Und im nächsten Jahr habe ich auch keinen Knoten im Schuh.

Finishermedaille Olympische Distanz WTS Hamburg 2019

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