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7. Juli 2019, zum zweiten mal Triathlon in Hamburg auf der olympischen Distanz

7. Juli 2019, zum zweiten mal Triathlon in Hamburg auf der olympischen Distanz published on Keine Kommentare zu 7. Juli 2019, zum zweiten mal Triathlon in Hamburg auf der olympischen Distanz

Vor ziemlich genau einem Jahr stand für mich fest: Das mache ich 2019 noch einmal. Und so stehe ich wieder in der endlos riesigen Wechselzone auf dem Ballindamm und friere vor mich hin. 15 Grad, bewölkt, immer wieder etwas Nieselregen. Der Animateur am Start sagt grade durch, dass die Alster muckelige 17 Grad hat. Eigentlich freue ich mich darüber. Klingt komisch, is aber so. Denn unter 22 Grad heißt: Es darf im Neoprenanzug geschwommen werden, und das ist deutlich einfacher als ohne. Mein Fahrrad steht an seinem vorgesehenen Platz, Helm und Startnummernband hängen am Lenker, Schühchen zum Radfahren und Laufen stehen parat. Bis zu meinem Start sind es noch gute eineinhalb Stunden. Viel zu früh war ich hier. Aber im Hotel habe ich es auch nicht mehr ausgehalten.

Gefühlt war ich schon 47 mal auf dem Klo, eine Folge der Mischung aus großer Freude und Aufregung. Dabei brauche ich eigentlich nichts zu fürchten. Die letzten Monate sind trainingstechnisch super gelaufen. Auch wenn es zeitlich wegen der Arbeit nicht immer lief wie geplant, so habe ich doch einige Trainingskilometer geschafft. Außer auf dem Rad vielleicht. Das ist wirklich etwas kurz gekommen. Meine Laufzeiten konnte ich deutlich verbessern und ich habe es sogar geschafft als Ü40 das Kraulschwimmen noch zu lernen (Ein Hoch auf Arne!). Auch gesundheitstechnisch lief alles super in dieser Saison. Also alles gut.

Dann fangen alle in meinem Startblock an sich den Neo anzuziehen. Ich habe meinen natürlich schon an. Und natürlich ziehe ich den obenrum noch mal aus …denn …. richtig …. ich muss dann doch nochmal pullern …
Ca. 20 Minuten vorher wird mein Startblock (das sind so 150 bis 170 Leute) in den Vorbereich vom Schwimmstart herein gelassen. Dort empfangen uns zwei Vorturner, die zu einem kleinen Aufwärmprogramm animieren. Ich komme zu dem gleichen Schluss wie im letzten Jahr: Von Außen sehen wir in unseren Neos dabei aus wie Michelinmännchen auf Extasy.

Zwei Minuten vor dem Start steige ich ins Wasser und sortiere mich hinten rechts ein. Um mich herum nehme ich so gut wie nichts wahr. Auch die übliche Panik, die ich bei den vergangenen Triathlons gerne mal im Freiwasser hatte, stellt sich diesmal nicht ein. Gottseidank. Dann das Startsignal. Ich starte mit Brustschwimmen, weil ich mich da immer noch sicherer fühle, zwischendurch gelingt es mir aber immer wieder in den Kraulstil zu wechseln. Ein ganze Weile geht das recht gut und ich bin irgendwo im Mittelfeld. Unter der Lombardsbrücke hindurch geht es in die Außenalster. Die Bojen für die Wende kommen und es geht wieder zurück Richtung Jungfernstieg. Wieder in der Binnenalster werde ich von den ersten der nächsten Startgruppe überholt. Ich lasse mich dadurch aber nicht verrückt machen, aber dann plötzlich … semmelt mir einer mit seinem Kraulschwung voll auf die Glocke. Vor Schreck nehme ich einen tiefen Schluck Alsterwasser und muss kurz etwas auf der Stelle schwimmen. Immerhin entschuldigt sich der Rüpel. Aber das gehört eben auch beim Triathlon zum Freiwasserschwimmen dazu. Kurz vorm Ausstieg bekomme ich nochmal einen Schlag ab. Beim Ausstieg an der kleinen Alster und auf dem Weg zur Wechselzone stehen hunderte Zuschauer und feuern an. Das pusht ungemein. Der Blick auf die Uhr zeigt: Nicht schneller als im letzten Jahr, dafür aber auch nicht so abgekämpft.

Etwa 300 Meter ist der Weg zur Wechselzone. Direkt am Anfang steht mein Bike. Ich versuche alles möglichst schnell zu machen. Aus dem Neo raus, Shirt an, Helm auf, Nummer umschnallen, Radschuhe an. Viele machen ihre Schuhe direkt auf den Pedalen fest, laufen barfuss zur Radstrecke und schlüpfen dann während der Fahrt in die Schuhe. Ich habe das ein paar mal probiert. Und nachdem ich mich dabei mit dem Fahrrad auf Maul gelegt habe, habe ich mich für die Variante entschieden mit Radschuhe an zur Radstrecke zu laufen.

Auf der Radstrecke trete ich zunächst etwas ruhiger in die Pedale. Erstmal greife ich zu einem Gel, um direkt wieder etwas Energie zuzuführen. Eine Erfahrung aus dem letzten Jahr, wo ich viel zu spät etwas gegessen habe und dann war beim Laufen keine Energie mehr da. Also jetzt ein Gel direkt zu Beginn auf der Radstrecke. Also eigentlich nur ein halbes Gel, denn irgendwie bekomme die Tüte nicht auf, Fummel mit Zähnen und Hand an der Öffnung rum, lege mich dabei fast auf den Asphalt und besudelt mich mit einem Teil vom Gel … ich will da nicht drüber reden.
Die Radstrecke bietet wie im letzten Jahr sehr viel Sightseeing: Freihafen, Elbphilharmonie, Reeperbahn. In diesem Jahr auch die zusätzliche Attraktion: Sehr viel Wind. Vor allem Gegenwind. Jetzt könnte man meinen, dass wenn man auf dem Hinweg Gegenwind hat, hat man auf dem Rückweg Rückenwind. Ich weiß nicht woran das liegt, aber irgendwie dreht der Wind auf magische Weise jedes mal wenn auch ich die Richtung ändere.
Die erste Runde von drei klappt ganz gut. Der Blick auf die Uhr zeigt allerdings, dass ich langsamer als geplant unterwegs bin. Auf Runde zwei versuche ich etwas schneller zu sein, gelingt mir aber nicht wirklich. In der dritten Runde merke ich dann deutlich das fehlende Training auf dem Rad. Dennoch kann ich alle drei Runden relativ konstant durchfahren. Am Ende sind es ein paar Minuten langsamer als im letzten Jahr.

Der Wechsel zum Laufen sollte jetzt zügig gehen. Sollte. Wie ich so in die Laufschuhe schlüpfen will stelle ich fest, dass in den Schnürsenkeln noch die Knoten vom Stadtlauf in Bad Essen drin sind. Ganze vier Minuten verfluche ich mich selbst und entknote dabei meine Schuhe. Was für ein dämlicher Anfängerfehler! Nützt nix. Irgendwas muss ja schiefgehend, vong Spannung her und so …

Das Laufen geht gut an. An der Laufstrecke ist es vergleichsweise ruhig. Am Westufer der Alster geht es an vielen schicken Häuschen vorbei bis zum Nordzipfel der Alster. Im Vergleich zum letzten Jahr muss ich mich beim Laufen nicht so sehr quälen und laufe konstant mein Tempo durch. Es könnte sicherlich etwas schneller sein, aber ich habe mir vorgenommen durchzulaufen und mit diesem gewählten Tempo weiß ich, dass ich das schaffe. Der Triathlon in Hamburg ist wirklich gut organisiert. Das merkt man auch an den Verpflegungsstationen, die exakt alle 2,5 Km alles bieten was man braucht. Nach dem Wendepunkt fängt es an wie aus Kübeln zu regnen. So rein Wettertechnisch ist heute wirklich alles dabei.
Kurz bevor der Weg in die Altstadt Richtung Rathaus führt ruft mir jemand zu: „Komm gib nochmal Gas! Jeder Meter ist bezahlt!“ Da hat er wohl recht.

Die letzten 500 Meter sind dann zum genießen. An der Strecke und auf dem Rathausplatz ist Partystimmung. Allein dafür lohnt sich die Teilnahme hier in Hamburg. Dann kommt auch schon der Zielbogen in Sichtweite. Jetzt heißt es Lächeln, Bauch rein und Brust raus fürs Finisherfoto!
Ich laufe zwei Minuten schneller ins Ziel als beim letzten mal. Eigentlich hatte ich mir eine deutlichere Zeitverbesserung vorgenommen. Auf der Radstrecke und bei den Wechseln habe ich einfach zu viel Zeit liegen lassen. Aber das alles ist jetzt egal. Diesmal war es in jedem Fall viel mehr Spaß und deutlich weniger Quälen. Stolz wie Bolle nehme ich meine Finishermedaille in Empfang.

Und im nächsten Jahr habe ich auch keinen Knoten im Schuh.

Finishermedaille Olympische Distanz WTS Hamburg 2019

#wmdedgt 07/2019

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In der 7. Ausgabe von #wmdedgt (getreu der Initiative von Frau Brüllen) mache ich mich auf eine Reise nach Hamburg.

In Hamburg findet an diesem Wochenende der angeblich größte Triathlon der Welt statt. Über 10.000 Sportler messen sich hier auf der Sprint- und auf der Kurzdistanz.

Nach einem reichhaltigen Frühstück packe ich den Wagen. Den habe ich mir extra gemietet. Ich selbst habe nur so einen kleinen Cityflitzer, der für den Alltag vollkommen ausreicht, aber jetzt muss ein Fahrrad mit rein. Zusätzlich ein Koffer mit Klamotten und jede menge Sportzeug, eine Tasche mit Fressalien und ein Rucksack für die Wechselzone. Dann gehts gemütlich auf die Autobahn. Auf der Autobahn habe ich ein Erlebnis, das seines gleichen sucht. Unbeschreiblich was es für Menschen im Straßenverkehr gibt. Es folgt das volle Programm inklusive Polizei. Es wird mit Sicherheit vor einem Gericht enden. Das klingt jetzt alles mysteriös, aber mehr will ich dazu nicht schreiben. Wenn die Sache mal durch ist, wird da sicherlich viel zu erzählen sein.

Am frühen Nachmittag trudel ich in Hamburg ein. Ich habe ein Zimmer im Hotel Wedina im Stadtteil St. Georg. Als ich im letzten Jahr an diesem Triathlon teilgenommen hatte, war ich auch schon hier untergebracht. Es ist wirklich sehr empfehlenswert. Es ist bezahlbar, es hat einen hervorragenden Service, es liegt direkt an der Alster und es legt sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit. Zusätzlich habe ich wegen der Parkplatzsituation hier einen Tiefgaragenstellplatz gebucht. Der alleine ist die Reise schon wert. Die Auto werden hier in einem großen Regal wie bei Tetris hin und her geschoben. 😉

Nachdem ich mein Zimmer bezogen habe geht es in Richtung Rathaus. Hier wird schon fleißig am Zieleinlauf und am Schwimmausstieg gewerkelt. Alles wird mit blauem Teppich ausgelegt. Ich merke wie aufgeregt ich jetzt schon bin. Die Teilnahme hier ist einfach nur ein tolles Erlebnis, ganz egal mit welcher Zeit man hier ins Ziel läuft. Ich freue mich wirklich sehr, dass ich hier ein weiteres mal starten darf. Am Gänsemarkt hole ich meine Startunterlagen ab. Hier ist alles wirklich sehr gut organisiert. Auf dem Rückweg zum Hotel sehe ich, wie in der Binnenalster die Schwimmstrecke mit Bojen abgesteckt wird. Am Sonntag geht es dann vom Alsteranleger bis kurz hinter die Lombardsbrücke und zurück. 1500 Meter schwimmen, danach 40 Km Radfahren (3x bis Altona und zurück). Und am Ende einen 10 Km Lauf entlang der Außenalster. Jetzt kann ich es kaum erwarten bis zum Start, denn hierfür habe ich die letzten neun Monate trainiert.

Am Abend esse ich in einem Restaurant eine verdammt leckere gefüllte Hähnchenbrust auf Süßkartoffelpüree. Das Central ist eine erstklassige Empfehlung vom Hotel gewesen. Sehr gute Küche und sehr freundliche Bedienung. Danach mache ich noch einen kleinen Spaziergang entlang der Außenalster. Dabei höre ich schon das Bett im Hotel ganz laut meinen Namen rufen …

Sonntag, 30. Juni 2019, eine Woche vor meinem zweiten Start in Hamburg

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Eine Trainingsbillanz.

Die Startzeit steht fest. Am Freitag gab einen letzten Lauftest bei einem Stadtlauf in Bad Essen, der sich super gut anfühlte. In einer Woche gehe ich zum zweiten mal bei der Kurzdistanz in Hamburg an den Start. Und ich freue mich riesig darauf.

Insgesamt war das Training wenig planmäßig. Ich habe eher so mit einer Art Guerillataktik trainiert, ohne System. Allerdings habe ich diesmal eher mal ein Training ausfallen lassen, wenn mein Körper nicht ganz so wollte wie ich. Vielleicht ein Grund warum ich deutlich weniger krank war, als bei der letzten Vorbereitung. In den letzten 12 Monaten habe ich 51 Km Schwimmtraining, 900 Km Radtraining und 524 Km Lauftraining absolviert. Den Schwerpunkt habe ich eindeutig auf Laufen und Schwimmen gelegt. Radfahren spielte eine eher untergeordnete Rolle, was sich auch in meinem aktuellen Leistungsstand im Radfahren deutlich widerspiegelt.

Schwimmen
Ich habe es tatsächlich geschafft richtig Kraulschwimmen zu lernen. Ich bin in einen Triathlonverein eingetreten und bin dort sehr gut und intensiv im Schwimmtraining betreut worden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ich kann zwar noch keine 1500 Meter durchkraulen und bin auch noch nicht deutlich schneller als im Brustschwimmen, aber es wird. Im Schwimmen bin ich einen riesigen Schritt vorwärts gekommen.
Was ich aber wieder nicht gemacht habe: Eine Freiwassereinheit VOR dem Wettkampf. Es war einfach keine Zeit und keine Gelegenheit. Ich hoffe sehr, dass mir das in der Binnenalster nicht wieder zum Verhängnis wird.

Radfahren
Wenig Zeit auf dem Rad. Ich war beruflich bedingt viel unterwegs, da konnte man nicht immer ein Fahrrad mitschleppen. Die Folge war wenig, also sehr wenig Training auf dem Rad. Immerhin bin ich auch in den Wintermonaten geradelt. Eine neue Rolle mit Direktantrieb und eine Anmeldung auf Zwift haben viel dazu beigetragen. Insgesamt habe ich jedoch das Gefühl mich auf dem Rad verschlechtert zu haben. Die 40 Km in Hamburg werde ich sicherlich gut über die Runden bringen, aber eine gute Zeit erhoffe ich mir in dieser Disziplin nicht.

Laufen
Auch hier hat der Eintritt in den Verein große Fortschritte bewirkt. Neben langen Läufen gab es hier viele Intervalltrainings (Im Winter sogar auf einer Indoorlaufbahn), die eine deutliche Verbesserung der Pace bewirkt haben. Am Freitag der Stadtlauf über 10 Km hat sich sehr gut angefühlt und verlief trotz hoher Temperatur sehr gut. Ich bin guter Dinge, dass der Lauf in Hamburg diesmal nicht in einer Katastrophe endet.

Insgesamt also alles bestens. Aber auch in diesem Jahr gilt: Egal wie es läuft, die Atmosphäre in Hamburg ist einfach nur toll und allein dafür lohnt sich der Start dort.

#swimbikerun #triathlon #WTShamburg #kurzdistanz #olympicdistance #goal2019 #tri2be #triitfit #überwindedeinlimit #beiron

2. Juni 2019, Mein allererster Halbmarathon in der Hitzewüste Duisburg

2. Juni 2019, Mein allererster Halbmarathon in der Hitzewüste Duisburg published on 1 Kommentar zu 2. Juni 2019, Mein allererster Halbmarathon in der Hitzewüste Duisburg

Mein #goal2019 beinhaltet eine erneute Teilnahme an der Olympischen Distanz in Hamburg und darüber hinaus mal einen Halbmarathon zu laufen. Halbmarathon deswegen, weil das entfernte Ziel eine Triathlon- Mitteldistanz ist, und da läuft man am Ende einen Halbmarathon.

Die Wahl fiel sehr schnell auf den Lauf in Duisburg. Zum einen suchte ich eine flache Strecke und ein Event, für das ich nicht so weit fahren muss. Zum anderen sollte der Zeitpunkt deutlich vor Hamburg liegen, damit genug Zeit zum Wundenlecken bleibt.

Also Duisburg. Und ich muss sagen, das war eine sehr gute Wahl. Organisatorisch top und von der Strecke her genauso wie ich es mir gewünscht hatte.
Vor etwa drei Wochen bin ich dann im Training einfach mal locker zwei Stunden durchgelaufen. Ich wollte einfach mal schauen ob ich überhaupt solange durchlaufen kann und wo ich dann km mäßig etwa liege. Dieses Training lief super gut, am Ende waren es knappe 18 Km. Auch danach habe ich mich sehr gut gefühlt. Also beste Voraussetzungen um den ersten Halbmarathon in etwa 2:15 h zu laufen. So das theoretische Ziel.

Was ich nicht so eingeplant hatte war, dass am 2. Juni der Lorenz am Himmel knallt wie bekloppt und den Sommer im Ruhrgebiet einläutet. So stehe ich also um 10 Uhr an der Startlinie und bin schon am schwitzen ohne einen Meter gelaufen zu sein. Na das kann ja heiter warm werden …

Dann der Startschuss. Die Masse setzt sich in Bewegung. Ich laufe locker los, ich fühle mich super. Naja, denke ich, das könnte ja wirklich gut klappen heute. Nach etwa einem Kilometer kurzer Blick auf die Uhr: Pace passt, Gefühl dazu stimmt auch, also weiter so. Das tolle in Duisburg: Es laufen Brems- und Zugläufer mit einem gut sichtbaren Luftballon am Hosenbund in festgelegten Zielzeiten mit. Ich laufe meinem Plan folgend also dem Luftballon mit der Zielzeit 2:15 h hinterher. Und das klappt lange erstaunlich gut. Um mich herum eine Gruppe aus Selm samt mitlaufender Trainerin, die diese Gruppe im vorgegebenen Tempo hält, um alle zusammen ins Ziel zu bringen.

Die Hitze ist wirklich heftig. Ich frage mich ob das schon die angekündigten 30 Grad sind. Is eh wurscht, denn ich fühle mich wie in einer finnischen Sauna. Bei Km 5 dann der erste Verpflegungspunkt. Der Durst ist jetzt schon riesig. Mir schwant, dass das kein Spaziergang wird. Dann geht es erstmal relativ gut weiter bis Km 10, dort wartet mein Fanclub auf mich, um mir zuzujubeln. Die Hitze fängt an mir den Lauf schwer zu machen. Ich nehme einen Gang raus. An der nächsten Verpflegungsstation gehe ich ein paar Meter, statt zum Wasser greife ich zur Cola, mache meine Kappe im Wasserbecken nochmal nass und trabe weiter. Mein Luftballon ist weg. Aber egal, wenns nicht schneller geht, dann wenigstens heile ins Ziel kommen. Um mich herum leiden immer mehr an der Hitze. Jeder versucht irgendwo zu laufen wo Schatten ist. Ich sehe den ersten am Rand, der von zwei Sanitätern betreut wird.
Dann kommt Km 14, einmal die Autobahnbrücke herauf, das geht noch, wieder runter auch, und dann gehts nochmal eine kleine Steigung rauf unter einer S-Bahn-Station hindurch. Und dann passiert es: Meine Beine machen schlapp. Irgendwie geht grad nichts mehr, ich muss tatsächlich gehen. Ich gehe erst langsam dann etwas strammer bis zur nächsten Verpflegungsstation. Dort trinke ich nochmal ordentlich und mit Ruhe. Jemand hält einen Wasserschlauch auf die Straße und ich nutze diese Abkühlung. Dann gehe ich noch ein Stück. (Insgesamt wird es wohl ein ganzer Kilometer im Schritttempo gewesen sein). Es nützt ja nix. Mir wird klar: Jetzt gehts nur noch darum ins Ziel zu kommen. Oder anders gesagt: Es beginnt der Wettlauf mit dem Besenwagen.

Irgendwann trabe ich wieder los. Die Strecke verläuft durch ein paar Wohngebiete. Was ich hier jetzt erlebe ist MEGA: Die Anwohner sind alle auf dem Bürgersteig. Manche haben die Stereoanlage voll aufgedreht. Alle feuern die Läufer an. Teilweise haben sie eigene Getränkestände mit Wasser aufgestellt, manche reichen auch ein Bier, alle paar Häuser hat jemand seinen Gardena-Gartensprenger aufgestellt oder hält den Wasserschlauch einfach selbst in die Luft. Diese Abkühlung tut wirklich gut. Das ist ein unglaublicher Motivationsschub. Zwei drei mal muss ich noch ein paar Meter gehen, aber die letzten drei Kilometer kann ich durchlaufen. Dann sehe ich in einiger Entfernung schon das Stadion des MSV Duisburg. Dort geht es durch einen kleinen Tunnel mit Blitzlicht und lauter Musik. Die letzten Meter sind eine Runde durchs Stadion. Die ist echt zum genießen. Und genau für diesen Moment lohnt es sich das Ding bis zum Ende durchzuziehen.

Am Ende sagt die Uhr 2:35:55 h. Keine Glanzzeit, deutlich am Ziel vorbei. Aber was solls? Es ist der erste Halbmarathon in meinem Leben und ich bin immerhin ins Ziel gekommen. 1:0 für mich gegen den Besenwagen.

Und dann gibt es auch noch was schönes zum Lachen:
Am Stand, an dem man sich sein Finischer-Shirt abholen kann, kommt es zu folgendem Dialog zwischen dem Mann hinter dem Stand und einem davor stehenden Prollo, die Brust raus, den Bauch eingezogen: „Ey kannisch auch Frauen-Shirt haben?“ – „Hä? Wieso?“ – „Na weissu, is tailliert, betont mehr die Muskeln un so.“

Da ich ja eher nicht so der muskulöse Typ bin, habe ich das Männer-Shirt genommen.



Wochenende 2. / 3. Februar 2019

Wochenende 2. / 3. Februar 2019 published on Keine Kommentare zu Wochenende 2. / 3. Februar 2019

Das Wochenende startet am Freitag Abend sehr unentspannt. Auf der ToDoListe ist nämlich noch der Punkt „Nebenkostenabrechnung für Mieter erstellen“ offen. Bisher hatte ich das immer mit einer selbst gebastelten EXCEL Tabelle gemacht. Die habe ich über die Zeit so perfektioniert, dass man einfach die Zahlen vom Hausverwalter einmal eingibt und zack: Nebenkostenabrechnung für alle Mieter erstellt.
Dieses Jahr nutze ich erstmals die Software „Vermieter“ von WISO. Meine Steuererklärung im letzten Jahr gelang mit WISO-Software relativ einfach. Der Vorteil vom WISO-Vermieter-Programm soll darin liegen, dass das Programm die Eingaben gleichzeitig nutzt, um die Anlage V in der Steuererklärung gleich automatisch zu erstellen. Die Eingabe der Daten erweist sich allerdings als sehr kompliziert und eher zeitaufwendig, weil mein Konstrukt an Objekten und Wohnungen in der Software nicht 1:1 abgebildet werden kann. Es kostet mich sehr viel Nerven. Mal sehen ob die Steuererklärung wirklich einfacher wird. Doch ich denke im nächsten Jahr kehre ich zur altbewährten Technik zurück.

Der Samstag gestaltet sich dafür äußerst entspannt. Zu Weihnachten habe ich der Liebsten samt Kind die RuhrTopCard geschenkt. Und jetzt unternehmen wir jedes Wochenende tolle, spannende Sachen. Diesmal ging es ins Zeiss Planetarium in Bochum. Wegen Astro-Alex ist das Kind neuerdings voll im Astronautenfieber und saugt alles zum Thema Weltall und Raumfahrt auf wie ein Schwamm. Die Mutti schmiedet schon Pläne, wie sie das Kind als zukünftige Kommandantin der ISS zu mehr Ordnung im Kinderzimmer Labor animieren kann. Was mich besonders freut: Man kann die Kinosessel ganz weit nach hinten klappen und die Vorstellung fast im Liegen genießen.
Das Programm führt uns in die unendlichen Weiten des faszinierenden Weltalls, von der Sonne beginnend bis an den sichtbaren Rand unseres Universums. Ich muss sagen, nicht nur das Wissen des Kindes erweitert sich während der Vorstellung, ich selbst lerne sehr viel neues dazu . Irgendwo hatte ich zum Beispiel schonmal gelesen, dass einige Planeten mehrere Monde haben. Aber dass es bei Jupiter und Saturn jeweils über 60 Monde sind, beeindruckt mich dann doch. Wer es nochmal genauer wissen möchte: Astrokramkiste.de .
Funfact: Der Sprecher in dieser Produktion ist Jochen Malmsheimer. Als Fan dieses wirklich wortgewandten Komikers kann ich mich stellenweise nicht auf das Weltall konzentrieren.

Sonntag dann Hallenbad. Ich bin ja neuerdings Mitglied in einem Triathlonverein. Und dort wird für Schwimmlegastheniker wie mich, ein Kraulschwimmkurs für Erwachsene angeboten. Nach bereits zwei Einheiten bin ich schon in der Lage mehrere Bahnen am Stück im Kraulstil zu schwimmen. Jetzt geht es noch um die Feinheiten in der Technik und wie man dann später beim Triathlon möglichst kraftsparend über die Schwimmdistanz kommt. Nach all meinen krampfhaften Versuchen mir diesen Schwimmstil irgendwie selbst beizubiegen, ist der jetzige Kurs ein voller Erfolg. Ohnehin ist dieser Verein eine Tolle Sache. Besonders auch deswegen, weil auf wirklich alle Leistungslevel von sehr Ambitionierten Hobbysportlern bis hin zum reinen Ich-mach-nur-in-meiner-Freizeit-ein-bisschen-Sport-Typ alles berücksichtigt wird. Jeden Tag in der Woche wird ein Training angeboten, auch am Wochenende. Das ist wirklich wunderbar, dass mich da jemand quasi überredet hat in diesem Verein mitzumachen.

#goal2019

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Nach dem Ironman auf Hawaii kann man die Triathlonsaison 2018 durchaus als beendet ansehen. Zeit sich ein paar Gedanken über neue sportliche Ziele für das kommende Jahr zu machen.

Mein ursprünglicher Wunsch für 2019 war eigentlich eine Mitteldistanz zu wagen. Während der Vorbereitung auf die Kurzdistanz in Hamburg für dieses Jahr hatte ich viele gesundheitliche Schwierigkeiten, die immer wieder den Trainingsplan durchkreuzt haben. Am Ende habe ich die Kurzdistanz gerade so geschafft. Rückblickend glaube ich, dass ich es tatsächlich mit dem Training übertrieben habe und vielleicht doch mehr gewollt habe als möglich war.
Problematisch für die anstehende Saison ist auch, dass ein vernünftig aufeinander aufbauender Trainingsplan für eine Mitteldistanz aus beruflichen Gründen nicht machbar sein wird. Es wird mehrere Wochen geben, in denen ich so gut wie überhaupt keinen Sport machen kann.

Deswegen werde ich für 2019 noch einmal bei der Kurzdistanz bleiben. Aufgeschoben ist ja nicht gleich aufgehoben. Und weil mir das alles in Hamburg so unglaublich gut gefallen hat, werde ich mich für nächstes Jahr noch einmal dort anmelden. Um das Ziel Mitteldistanz nicht ganz aus dem Auge zu verlieren, werde ich mich nach Hamburg mal auf eine Halbmarathonstrecke machen. Welche genau muss ich mir noch überlegen.

Das Training selbst werde ich auch anders gestalten als im letzten Jahr. Beim Laufen in Hamburg habe ich deutlich gemerkt, dass mir noch sehr viel Grundlagenausdauer fehlt. Darauf werde ich das Training jetzt auch möglichst lange ausrichten. Ohnehin wird der Schwerpunkt beim Laufen gesetzt, denn im letzten Jahr habe ich das Radfahren deutlich verbessert, dafür aber das Laufen viel zu sehr schleifen lassen. Und noch eines muss ich diesmal vor dem Triathlon öfters machen: Freiwasserschwimmen. Nochmal so eine Panikattacke gleich zu Beginn des Triathlons möchte ich definitiv vermeiden.

Somit sind die sportlichen Ziele für 2019 gesetzt:
1. Kurzdistanz beim Triathlon in Hamburg mit einer besseren Zeit
2. Ein Halbmarathon

#goal2019 auf gehts!

Meine erste Olympische Distanz beim Triathlon in Hamburg (Teil 6: Was bleibt)

Meine erste Olympische Distanz beim Triathlon in Hamburg (Teil 6: Was bleibt) published on 1 Kommentar zu Meine erste Olympische Distanz beim Triathlon in Hamburg (Teil 6: Was bleibt)

Triathlon vorbei. Und jetzt?
Zwei Tage nach dem Triathlon habe ich mehrere Tage mit einem Infekt flach gelegen. Mal wieder. Irgendwie sagt mir mein Körper, dass da grade was nicht richtig läuft. Drei Wochen lang habe ich dann erstmal keinen Sport gemacht und fange jetzt langsam auf einem ganz niedrigen Level wieder an. Eigentlich hatte ich noch die Teilnahme an einer weiteren olympischen Distanz in diesem Jahr geplant, aber da habe ich mich wieder abgemeldet. Doch die Gesundheit geht vor. Ich muss mal sehen wie das sportliche Leben auf andere Beine stelle.
Also was bleibt?

1. Alles ist möglich
Jedenfalls wenn man es wirklich will. Es gibt immer Mittel und Wege. Wenn mir jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, dass ich beim Triathlon in Hamburg teilnehme, hätte ich schallend gelacht. Irgendwann wollte ich etwas ändern und mich besser fühlen. Seit zwei Jahren habe ich richtig viel Spaß an Sport und Bewegung. Und mit etwas gezieltem und regelmäßigem Training kann man sehr viel erreichen.

2. Es läuft nie nach Plan
Mein Trainingsplan ist definitiv nicht aufgegangen. Diese ganzen Infekte sind sicherlich nicht nur auf zu viel Sport zurückzuführen. Aber vielleicht ein bisschen. Vielleicht habe ich einen Tick zuviel gewollt. Ich muss das alles jetzt mal sauber auswerten und überlegen wie ich mein Training sinnvoller gestalten kann, und vor allem wie ich es besser zwischen Arbeit und sozialem Leben unterbringen kann. Rückschläge wird es immer geben. Man darf an ihnen aber nicht verzweifeln, sondern man muss aus ihnen lernen. Wie heisst es so schön? Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas schönes bauen.

3. Nach dem Triathlon ist vor dem Triathlon
Eindeutig ja. Das wird sicherlich nicht mein letzter Triathlon gewesen sein. Auf welchen Distanzen ich mich demnächst herumtreibe weiß ich noch nicht. Eigentlich war es mein Wunsch bzw. Traum 2019 eine Mitteldistanz zu absolvieren. Inzwischen glaube ich, dass sich das um mindestens ein Jahr verschieben wird. Zur Zeit ist einfach zu wenig Zeit für ein solch aufwendiges Training. Aber auch Sprint- und Kurzdistanz machen genug Spaß. Außerdem kann man ja auch versuchen seine Zeiten zu verbessern, anstelle die Distanz zu erhöhen.

4. Nochmal Hamburg
Nochmal eindeutig ja. Diese Stimmung in Hamburg war einfach unbeschreiblich toll. Man kann das nur schwer beschreiben. Man muss das live und in Farbe erlebt haben. Wenns klappt fahre ich im nächsten Jahr nochmal dorthin. Egal ob für die Sprint- oder für die Kurzdistanz.

5. Ein Hoteltipp
Mir ging es vorrangig darum ein Hotel zu finden, dass möglichst nah am Austragungsort liegt, dennoch ruhig ist, nicht zu teuer aber auch kein 0815 ist. Über eine Triathlongruppe bei Facebook hat mir jemand das Hotel Wedina in der Gurlittstraße empfohlen. Ich kann das wirklich uneingeschränkt weiter empfehlen. Man findet dort Zimmer in verschiedenen Größen für unterschiedlichste Bedürfnisse. Außerdem setzen die Betreiber auf Nachhaltigkeit und ein gewisses Umweltbewusstsein. Definitiv kein 0815 und zentral gelegen.

6. Jede Menge Wäsche

Die ganze Geschichte:
Teil 1: Anreise
Teil 2: Der Tag davor
Teil 3: Raceday, das Freiwasser und ich als Michelinmännchen
Teil 4: Radfahren mit Sightseeing inklusive
Teil 5: Ein schwerer Lauf ins Ziel

#wtshamburg #triathlon #tri #tri2be #swimbikerun #swimbikerunrepeat #goal2018 #olympicdistance #olympischedistanz #kurzdistanz #triathlonlifestyle #schwimmen #laufen #radfahren #ausdauersport #ausdauertraining #beiron #ironman #überwindedeinlimit

Meine erste Olympische Distanz beim Triathlon in Hamburg (Teil 5: Ein schwerer Lauf ins Ziel)

Meine erste Olympische Distanz beim Triathlon in Hamburg (Teil 5: Ein schwerer Lauf ins Ziel) published on 1 Kommentar zu Meine erste Olympische Distanz beim Triathlon in Hamburg (Teil 5: Ein schwerer Lauf ins Ziel)

Der Wechsel vom Radfahren zum Laufen geht relativ zügig. Laufschuhe an und ab. Der Ausgang zur Laufstrecke ist fast direkt neben meinem Fahrrad.

Die Laufstrecke führt zunächst an der Wechselzone entlang und dann entlang der Außenalster durch eine sehr noble Gegend mit schicken Häusern. Nach etwa einem Kilometer kommt die erste Verpflegungsstation. Schon als ich losgelaufen bin, hat sich meine Blase gemeldet, mit dem Wunsch entleert zu werden. Es nütz nichts, ich muss aufs Häuschen…..
Vom Dixi geht es weiter mit grober Richtung Norden. Meine Beine brennen. Die Lunge sticht. Aus meinem Laufen wird eher ein Traben, dann ein Gehen. Ich bin sehr erschöpft und es sind wenn überhaupt erst zwei Kilometer von den insgesamt zehn geschafft. Es nützt nichts. Ich gehe ein paar Meter. Aufgeben? Bis hier hin ist es eigentlich gar nicht schlecht gelaufen, aber ich habe keine Ahnung wie ich das Laufen überstehen soll. Die Hitze macht mir zudem stark zu schaffen, obwohl die Laufstrecke viel im Schatten liegt.

Beim Laufen ist beissen angesagt. Aufgeben ist keine Option. (Foto: FinisherPix)

Ich werde von vielen Läufern überholt, vor mir muss auch jemand auf Gehen umschalten. Plötzlich klopft mir von hinten jemand im Vorbeilaufen auf die Schulter, dreht sich zu mir um und schnauft: „Allez! Allez!!!“. Ein deutlich älterer Franzose läuft vor mir her, dreht sich nochmal um und klatscht in die Hände. Recht hat er! Allez! Nicht Geh! Und ich trabe wieder locker los, hangele mich langsam von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation. Irgendwann sehe ich ein Schild „Wendepunkt 200m“, das sollte eigentlich Schwung geben, stattdessen wechsle ich nochmal zum Gehen. An der Verpflegungsstation am Wendepunkt trinke ich nocheinmal in Ruhe etwas und kippe mir Wasser über den Kopf. Die zweite Hälfte laufe ich durch. Es fühlt sich zwischenzeitlich an, als ob meine Knie etwa zwei Meter vor mir her laufen.

Je näher ich an den Rathausplatz komme, desto mehr Zuschauer stehen wieder am Rand. Einige haben ein Pappschild in der Hand und halten es auf die Laufstrecke. Darauf ein großer Punkt und die Aufschrift „Tap here to power up!“. Das mache ich. Und es wirkt.
Der letzte Kilometer ist zum genießen. Ab hier ist die Strecke komplett abgesperrt. Die Leute links und rechts hinter der Absperrung rufen mir motivierende Dinge zu wie „Gleich hast Du es geschafft!“ oder „Ist nicht mehr weit! Super!“. Etwa 500 Meter vor dem Ziel dann ein Schild: „Jetzt umkehren wäre auch blöd!“, ich muss schmunzeln. Die letzten 100 Meter über den blauen Teppich, Cheerleader links und rechts. Jeder der hier einläuft bekommt riesigen Applaus von der Tribüne. Ein echt irres Gefühl. Mein Körper schüttet Endorphine aus und dann … über die Ziellinie… GESCHAFFT!
Ich kanns kaum glauben, aber ich bin tatsächlich im Ziel. Vor über drei Stunden wollte ich fast den Kampf im Wasser aufgeben, vor einer Stunde dachte ich noch, den Lauf schaffst Du nicht mehr. Und jetzt bekomme ich eine Finishermedaille umgehängt. Ich stehe komplett neben mir.

Schaulaufen auf dem blauen Teppich. (Foto: FinisherPix)

Angekommen im Ziel. Ein kleiner Traum ist wahr geworden. (Foto: FinisherPix)

Im Zielbereich hole ich mir erst ein Wasser und dann ein alkoholfreies Bier. Auch beim Streuselkuchen muss ich zugreifen. Alle, die hier eine Medaille um den Hals haben, können gar nicht mehr aufhören mit dem Grinsen. Ich genieße noch etwas diese besondere Atmosphäre bevor ich mich aufmache und meinen Startbeutel abhole.

Finisher! (Foto: FinisherPix)

Etwas abseits ist eine Athletenarena eingerichtet. Hier gibt es Duschen, Essen und Trinken und man kann sich massieren lassen. Da ist der Andrang allerdings sehr groß, deswegen entscheide ich mich nur die Dusche zu nutzen. Außerdem gibt es hier einen Stand, an dem man sich seine Zeiten auf die Medaille eingravieren lassen kann. Alles hier ist ausgesprochen ruhig. Es wird kaum gesprochen, null Hektik. Ich nehme mir noch etwas zu trinken und eine Banane, setze mich auf eine Bank und genieße frisch geduscht mit gravierter Medaille um den Hals noch etwas diese Ruhe.
Erst um 17 Uhr kann ich wieder in die Wechselzone und meine Sachen holen. Die Zeit bis dahin verbringe ich etwas auf der Tribüne im Zielbereich. Ich besuche noch die Messestände und streichle etwas schöne neue Triathlonräder. Dann sitze ich noch etwas an der Alster in die Sonne. Über allem liegt eine unglaubliche Zufriedenheit.
Am Abend gehe ich in ein nahegelegenes Steakhaus. Zum Essen gibt es das Fußballfinale in Moskau.

Da is das Ding!

Hier gehts zurück:
Teil 1: Anreise
Teil 2: Der Tag davor
Teil 3: Raceday, das Freiwasser und ich als Michelinmännchen
Teil 4: Radfahren mit Sightseeing inklusive

#wtshamburg #triathlon #tri #tri2be #swimbikerun #swimbikerunrepeat #goal2018 #olympicdistance #olympischedistanz #kurzdistanz #triathlonlifestyle #schwimmen #laufen #radfahren #ausdauersport #ausdauertraining #beiron #ironman #überwindedeinlimit

Meine erste Olympische Distanz beim Triathlon in Hamburg (Teil 4: Radfahren mit Sightseeing inklusive)

Meine erste Olympische Distanz beim Triathlon in Hamburg (Teil 4: Radfahren mit Sightseeing inklusive) published on Keine Kommentare zu Meine erste Olympische Distanz beim Triathlon in Hamburg (Teil 4: Radfahren mit Sightseeing inklusive)

Es dauert lange bis ich mich aus meinem Neoprenanzug herausgepellt habe. Ich bin bereits nach der ersten Disziplin ganz schön fertig. Radshirt und Socken anziehen ist schwer, weil ich pumpe wie ein Maikäfer. Schnell noch etwas trinken, dann Helm auf, Startnummer umschnallen, Fahrrad schnappen und los gehts. Jetzt erstmal die 500 Meter zur Radstrecke laufen. Und die nehmen überhaupt kein Ende. Gefühlt dauert diese Wechselzeit genauso lange wie das Schwimmen davor.
Dann sehe ich schon die Zeitnehmermatte. Es piept zweimal laut und deutlich, ein Ordner ruft mir zu „Erst hinter der grünen Linie aufsteigen!“

Und los gehts! Ich trete erstmal langsam an, um mich etwas zu erholen. Die Radstrecke ist schon recht voll. Zunächst geht es durch einen Tunnel. Dann führt die Strecke durch die Altstadt von Hamburg. Weiter am Freihafen vorbei und ich sehe die Elbphilharmonie. Und jetzt fängt es richtig an Spaß zu machen. Zum ersten mal realisiere ich, dass ich wirklich dabei bin. In Hamburg. Auf der Kurzdistanz. Wo ich so gerne hin wollte. Ich nehme deutlich Tempo auf. Wenn ich diese Geschwindigkeit im Schnitt halten kann, dann wird das auch beim Radfahren eine Zeit mit der ich zufrieden sein kann.
Die Strecke führt dann weiter an der Norderelbe entlang in Richtung Altona. Auch an der Radstrecke hat sich einiges an Zuschauern versammelt.

Plötzlich wird es schwer in die Pedale zu treten, ich schalte runter. Was ist DAS denn? Es geht plötzlich bergauf! BERGAUF! In Hamburg! In Norddeutschland! Also damit hatte ich nicht gerechnet. Mein Tempo wird deutlich langsamer. Innerlich fluche ich, dass ich die letzten Wochen bewusst auf flacher Strecke trainiert habe, weil es doch in Norddeutschland keine Berge gibt ….

Ehrfürchtiger Blick zu den Hamburger Alpenpässen, mit denen ich mal so gar nicht gerechnet habe. (Foto: FinisherPix)

Nach der Bergetappe kommt der Wendepunkt. Ich rumpel über eine Zeitnehmermatte und dort wo es bergauf geht, geht es auch wieder bergab. Weil die Straßenverhältnisse nicht die allerbesten sind, traue ich mich allerdings nicht mit voller Geschwindigkeit da herunter zu donnern. Dann sehe ich kurz hintereinander zwei Mann, die einen platten Reifen haben und dabei sind den Schlauch zu wechseln. Ich spreche ein Stoßgebet, dass mir das erspart bleibt. Die Runde endet mit einer Schleife über die Lombardsbrücke. Dann gehts weiter in die nächste Runde. Insgesamt sind drei Runden zu absolvieren. Die zweite Runde läuft super. In Runde 1 war ich schon nur knapp unter meiner geplanten Durchschnittsgeschwindigkeit, in Runde 2 sogar etwas darüber. Das fühlt sich alles großartig an.

Insgesamt zähle ich unterwegs mindestens sechs Leute, die einen Schlauch an ihrem Fahrrad wechseln müssen. Ich frage mich, ob das an den Straßenverhältnissen hier liegt, oder ob das vielleicht ein normaler Schnitt ist bei über 10.000 Teilnehmern.
Die dritte Runde wird am Anstieg noch einmal richtig schwer für mich. Die Waden brennen. Auf dem Rückweg in dieser Runde lasse ich es ruhiger angehen und trinke zwei Powersmoothies, um nachher noch Energie fürs Laufen zu haben. Dann die letzte Schleife auf der Brücke und wieder rein in die Wechselzone.
Ich habe fast meine Geschwindigkeit gehalten und liege in meiner geplanten Zeit. Allerdings merke ich auf dem langen Weg zum Fahrradstellplatz, dass meine Beine sehr müde sind.
Jetzt heisst es nur noch ne Runde an der Alster lang laufen und dann ins Ziel! Ganz so einfach wird es allerdings nicht …

Hier gehts zurück:
Teil 1: Anreise
Teil 2: Der Tag davor
Teil 3: Raceday, das Freiwasser und ich als Michelinmännchen

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Meine erste Olympische Distanz beim Triathlon in Hamburg (Teil 3: Raceday, das Freiwasser und ich als Michelinmännchen)

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Sonntag, 15.07.2018. Raceday.

Der Wecker klingelt um 5:00 Uhr. Trotz deutlich zu wenig Schlaf fühle ich mich super. Für Hotelfrühstück ist es noch zu früh. Daher habe ich von Zuhause diverse Müsliriegel dabei und einen Smoothie.

Mit Rucksack auf dem Rücken, Startbeutel vor dem Bauch und Fahrrad am langen Arm gehe ich die Treppen von meinem Zimmer zur Straße hinunter. Ich radel entspannt zum Eingang der Wechselzone. Ein Kampfrichter prüft meinen Helm und mein Rad auf Regelkonformität und ob alle Startnummern richtig angebracht sind. „Viel Spaß, Dein Startblock ist dahinten in diese Richtung.“

Langsam steigt die Anspannung. Ich hänge mein Fahrrad an den dafür vorgesehenen Platz und lege mir meine Sachen zurecht. Da meldet sich auch schon meine aufgeregte Peristaltik und ich mache mich erstmal auf in Richtung DIXI-Land. Und offensichtlich bin ich nicht der einzige mit diesem Ziel ….
Um 06:30 Uhr höre ich den Startschuss für die erste Startgruppe. Links und rechts neben mir schlüpfen die ersten in ihre Neoprenanzüge. Ich will irgendwie noch nicht. Also beruhige ich mich erstmal mit einem Schluck zu trinken und mit einem Performance Smoothie. Dann steige ich auch in meine zweite Haut. Alle helfen sich gegenseitig, denn es ist gar nicht so leicht in diese Dinger rein zu kommen. In meiner Startgruppe haben alle eine goldene Badekappe. Jetzt noch die Schwimmbrille und den Startbeutel und dann muss ich auch schon los zum Start und vorher noch den Beutel abgeben.

Vor dem Schwimmeingang halten wir in unserer Startgruppe noch reichlich Smalltalk, und ich merke, es gibt hier einige, die noch deutlich aufgeregter sind als ich. Und dann gehts auch schon los. Mein Blick fällt auf ein Schild auf dem steht: „Schmerz geht, Stolz bleibt!“

Schmerz geht, Stolz bleibt! Genau so wird es sich am Ende auch anfühlen.

Hinter dem Eingang nimmt uns eine Animatöse in Empfang und macht mit uns gemeinsam ein kleines WarmUp. Gute zwei Minuten hampeln und laufen wir alle auf der Stelle und werfen unsere Arme mehr oder weniger unkoordiniert in die Luft. Wir sehen in unseren Neoprenanzügen alle aus wie schwarze Michelinmännchen auf Extasy, danach ein TSCHACKA! WIR SCHAFFEN DAS! und wir dürfen zum Wasser. Wer mag, kann am Getränkestand noch einmal zugreifen. Ich mache das nicht, denn ich habe keine Lust unterwegs in meinen nagelneuen Neoprenanzug hinein zu pullern. 😉

Wie immer gehe ich als einer der letzten ins Wasser. „Noch zwei Minuten bis zum Start!“, sagt der Ansager. Die Musik wird lauter. Er fragt uns „Seid ihr bereit für euren Triathlon?“, und „JAAAAAAAA!“ bekommt er als Antwort zurück (obwohl ich eher denke: naja, so ein bisschen…also ich hoffe). Die letzte Minute vor dem Start bricht an. Noch zehn Sekunden. Alle 120 Starter halten sich an einer Leine an der Startlinie im Wasser fest. „Fünf! Vier! Drei! Zwei! …“ Startschuss.
Nach noch nichtmal fünf Kraulzügen habe ich plötzlich Panik. Und das nicht wenig. Keine Ahnung warum. Das Atmen fällt mir schwer und alles um mich herum wird komisch. Ich versuche es nochmal, … nee … geht nicht. Ich schwimme kurz auf der Stelle …. ich denke: Scheiße, Du hättest doch nochmal irgendwie vorher im Freiwasser mit Neo trainieren sollen! … Habe ich aber nicht. Und in Berlin bei der Sprintdistanz war kein Neo erlaubt. Alles Mist… und jetzt? Aufgeben? Wo sind die anderen eigentlich hin? Eine Frau im Kanu von der Wasserwacht ruft mir zu: „Alles OK?“. Ich zeige mit meinem Daumen in die Luft. Na dann eben erstmal mit Brustschwimmen. Die ersten 50 Meter schwimme ich wie Oma Pasulke im Schwimmbad mit Kopf über Wasser. Keine Ahnung warum. Irgendwann bekomme ich die Kurve und komme zumindest in einen vernünftigen Brustschwimmrhythmus. Ich denke lange Zeit, dass alle schon weit weg sind, und ich hier ganz für mich alleine schwimme. Dann nehme ich irgendwann rings herum wieder meine Umwelt wahr und ich überhole jemanden und werde selbst auch überholt. Dann fluppt es plötzlich ganz gut. Da ist auch schon die Lombardsbrücke unter die ich durch muss in die Außenalster. Dann kommt auch schon die Wendeboje. Wieder zurück unter der Brücke durch und den Rückweg fest im Blick.
Irgendwann schätze ich es sind noch 400 bis 500 Meter bis zum Ausstieg. Auf einmal schwimmen links von mir zehn bis zwanzig Leute sehr dynamisch an mir vorbei. Moment mal? Haben die etwa eine blaue Badekappe auf? Hallo? Das bedeutet ja ….genau, die sind von der nachfolgenden Startgruppe! Verdammt! Zunächst bin ich demotiviert, aber dann rechne ich mir aus, dass wenn die zehn Minuten hinter mir sind ….. und die in einer sehr gute Zeit schwimmen …. noch 400m bis zum Ausstieg ….. zwei im Sinn …. tritratrullala … HA! Das bedeutet wenn die jetzt auf meiner Höhe sind, bin ich ja noch fast in meiner geplanten Zeit! Jawoll! Und diese Erkenntnis trägt mich ins Ziel. Noch einmal unter einer Brücke durch in die Kleine Alster. Am Rand stehen unglaublich viele Leute und feuern uns an. Am Schwimmausstieg helfen mir zwei Leute auf die Beine.

Das Michelinmännchen tapert fix und fertig in Richtung Wechselzone. (Foto: FinisherPix)

Mein Kreislauf braucht einen Moment sich in der aufrechten Lage zu fangen. Dann registriere ich die ganze Leute rechts und links am Weg zur Wechselzone. Ich trabe los, öffne dabei meinen Neo, Badekappe ab und der Blick auf die Uhr: 40 Minuten. Wie geil! 37 waren geplant, da hat mich die kleine Panikattacke und das Brustschwimmen gar nicht mal so viel Zeit gekostet. Ich freu mich tierisch. Zu meinem Fahrrad in der Wechselzone sind es ca. 250 Meter, vorbei an all den Leuten und an der Sambatruppe am Eingang zur Wechselzone. Super! Jetzt fängt es an richtig Spaß zu machen. Und ich stelle fest: Mein Fahrrad ist nicht das einzige, das noch in meinem Startblock steht.

Eingang zur längsten Wechselzone der Welt.

Hier gehts zurück:
Teil 1: Anreise
Teil 2: Der Tag davor

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