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Hausmusik

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Ich sitz im Zimmer, lese Goethe.
Nebenan spielt jemand Flöte.
Und direkt gleich über mir
spielt einer schlecht auf dem Klavier.
Draußen auf dem Gang
hör ich schiefen Altgesang.
Unter mir, ich wette,
pustet man die Klarinette.
Im Nachbarhaus spielt man Trompete.
Meiers ham Geburtstagsfete.
Im fünften Stock zupft man die Harfe
und singt die Kinder in den Schlafe.
Von der Straße tönt eine Geige.
Dem Geiger geht das Geld zuneige.

Hinten vor den Speisekammern
hör ich meine Katze jammern.
Und auch zu dieser Stunde
Jaulen draußen noch die Hunde …

Von Löchern, Zement und dicken Backen

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Heut morgen stand ich auf „ohh Kacke!“,
bemerkt´ich meine dicke Backe.
Schmerzverzerrt vorm Spiegel „Och!
Im Backenzahn is ja ein Loch!“
So kam´s, dass, wenn auch nur
ungern, ich zum Zahnarzt fuhr.

Die Helferin meint: „Da schaumamal,
zuerst mal in den Wartesaal!“
Dort saßen sie alle, dicht an dicht.
Ängstliche Gestalten mit bleichem Gesicht.

„Herr Stör bitte Zimmer zehn!“
Na, dann woll´n wir doch mal seh´n…

Jetzt sitze ich auf einem Stuhl und
öffne Dr. Best den Mund.
Der kratzt hier und klopft mal dort,
sagt: „Der Zahnstein, der muss fort.
Der siebener ist recht porös,
der Zahn daneben kariös.
Das Loch dort kitten wir noch zu.
Dann hamm se erst mal wieder ruh.“

Gesagt, getan, schon greift der Mann
zur Spritze und zum Bohrer dann.
Es jault und rumpelt und macht krach.
Nein! So ein Bohrer gibt nicht nach!
Er prockelt, bohrt, welch eine Plage.
Auf seiner Stirn tritt Schweiß zu Tage.

Endlich! Ja! Der Bohrer verstummt.
Ich hör schon wie der Mischer brummt.
Mit Zement füllt Dr. Best das Loch,
und zum Schluss bemerkt er noch:
„Hat mich gefreut, sie können jetzt gehn.
Bis zum nächsten mal! Auf Wiedersehn!“

Na, hoffentlich nicht.

Rita die Schnecke

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Vor meinem Haus steht eine Hecke,
dort wohnt seit neulich eine Schnecke.

Sie heißt Rita und ist Witwe,
lebt schon lange ohne Mann.
Er kam auf einem Gleis ums leben,
überfahren von der Bahn.

Er hörte nicht den nahenden Tod
von seiner liebsten ganz beflügelt.
Deshalb wurde der Idiot
vom Zuge platt gebügelt.

Dort ruht er nun auf jenen Gleisen.
Vor Überraschung noch ganz platt.
Spatzen werden ihn verspeisen.
Schneckenmänner machen satt.

Und die Moral von dem Gedicht?
Züge hört man, oder nicht.

Mein Regenschirm

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Wenns regnet gehe ich
nach draußen wenig gern.
Doch du mein lieber Regenschirm
hälst Regen von mir fern.

Und wenn ich durch die Straßen geh
oder vor der Ampel steh,
hälst Du, das ist der Gipfel,
selbst Hagel mir vom Zipfel.

MoGELpackung

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Knister, knister, knitter.
Was raschelt da im Weihnachtsglitter?
Die Gattin zupft am Zellophan
von dem Paket, das für die kam.

Am Heilgen Abend kams per Bote
Absender: unsere Mischpoke.
Ritschratsch das Zellophan zerrupft:
„Oh Duschgel! Oh mit Honigduft!“

Weil sie testen will den Duft,
wird das Deckelchen gelupft.
Geduldige Ehemänner wissen,
dass Frauen immer riechen müssen.

Die Nase übers Loch gehalten
lässt die Gattin Kräfte walten
an des Packungs Außenhülle
auf das ein Duft die Nase fülle.

Und jetzt, der Leser ahnt es schon,
entläd sich eine Großportion
von dem honigduften Gele
in die Nasennebenhöhle.

Das Lachen muss ich mir verkneifen
Die Gattin faucht und ist am keifen.
Dann macht sie ihrem Ärger Luft
und brüllt „so ein scheiß Honigduft.“

Die Moral von der Geschicht:
Ne Duschgelpackung drückt man nicht.
Das gilt ganz besonders dann,
wenn die Nase zu dicht dran.

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