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Warum hier so lange nichts zu lesen war, und …

Warum hier so lange nichts zu lesen war, und … published on Keine Kommentare zu Warum hier so lange nichts zu lesen war, und …

warum ich den Satz „meld Dich wenn Du Hilfe brauchst“ nicht mehr hören kann.

Ein nicht enden wollender Ärger mit Mietern sorgte Anfang 2019 dafür, dass drei Eigentumswohnungen leer standen und eine Entscheidung getroffen werde musste: Verkaufen oder sanieren und selbst nutzen bzw. wieder vermieten.

Ich war mir bezüglich einer Sanierung sehr unsicher. Die Mieter hatten alles richtig runtergerockt. Ich habe von Anfang an den großen Kraftakt und die hohen Kosten erkannt. Mein ganzes Umfeld jedoch fand es eine tolle Idee sich das ganze wieder aufzuhübschen und dass ich dort selbst wieder wohne. „Ist doch Dein Eigentum“, „wär doch blöd wenn Du das jetzt alles aufgibst“, „das wird schon“ waren Sätze, die ich oft gehört habe. Mein Einwand, dass das alles einen enormen Aufwand bedeutet, den ich seelisch und auch wegen viel Stress im Job nicht stemmen kann, wurde mit dem Satz „ach komm, soviel ist es nicht, und wir packen alle mit an“ abgetan. Und so habe ich mich darauf eingelassen. Zwei von drei Wohnungen wollte ich dann für mich zusammenlegen, die dritte sollte wieder vermietet werden. Ich hatte einiges Erspartes und so konnte vieles schon irgendwie mit Handwerkern bewerkstelligt werden. Dachte ich zumindest …

Es fing schon damit an, dass Handwerker nicht zu finden waren. Monate lang habe ich nach einem Elektriker gesucht. Nach drei Monaten kam er und machte ein Angebot. Drei weitere Monate später konnte er anfangen, aber auch nur weil ich ihn jeden Tag angerufen habe und gebettelt habe, dass er endlich mal anfangen muss, weil alle anderen Gewerke von ihm abhängen.
Und so kam der Tag als der Elektriker los legte und sich herausstellte, dass sämtliche Leitungen in den beiden Wohnungen durchgeschmort waren. Ich weiß nicht was die Mieter dort für Geräte betrieben haben … letzten Endes mündete das ganze in einer elektrischen Komplettsanierung. Dies wiederum führte, zusammen mit der Renovierung, der Wohnung, die ich wieder vermieten wollte, dazu. dass gleich zu Beginn mein gesamtes Budget aufgeraucht war.

Ein Gericht hat zwar beschlossen, dass ich von meinen Mietern Schadenersatz bekomme, aber nackten Menschen kann man nicht in die Tasche greifen … so habe ich zwar Recht bekommen aber am ende doch nichts bekommen. Es lohnt nicht das hier weiter zu vertiefen.
Und weil die Zeit davon gelaufen war, musste ich aus der aktuellen Mietwohnung, die ich in Dortmund bewohnte heraus, und mir blieb vorerst nichts anderes übrig, als übergangsweise in die Wohnung zu ziehen, die ich eigentlich vermieten wollte. Was wiederum den Finanzplan noch einmal schwer ins Wanken brachte …

Und so musste ich für die restlichen Arbeiten selbst anpacken. Dank vieler Freunde, die vollmundig ihre Hilfe angekündigt hatten, sollte das kein Problem darstellen. So dachte ich.
Das schwerste und anstrengendste war das ganze Baumaterial, das ins 4. Obergeschoss hinauf, und der ganze Schutt, der von dort oben hinunter getragen werden musste. Dafür benötigte ich die meiste Hilfe, denn: Viele Hände, schnelles Ende.
Aber: Jedesmal wenn ich anfragte, wer denn am Wochenende beim Schleppen helfen kann, hörte ich dann Sätze wie „oh, dieses Wochenende? Ach schade, da kann ich nicht“, „uhh, eigentlich gerne, aber ich hab grad echt Probleme mit dem Rücken…, aber sonst gerne“ …. Und von Leuten, für die mir kein Weg zu weit war, die ganze Hütte von oben bis unten mit Farbanstrich zu versehen, hörte ich „also bis Mülheim ist echt weit zu fahren, wenns nicht 70km Fahrt wären, würde ich ja kommen.“
Und das eine mal wo zwei Leute zum Schleppen Unterstützung zugesagt haben, kamen die gute zwei Stunden später als angekündigt und ich hatte schon das meiste selbst geschleppt …
Wenn man ständig nur Absagen erhält, fragt man einfach auch irgendwann nicht mehr nach. Und um Hilfe betteln tue ich auch nicht. Das ist besser fürs Seelenheil.
Und so kam es, dass ich fast vier Tonnen Baumaterial und Schutt allein ins 4. Obergeschoss hinauf und herunter getragen habe.

Ausreden habe ich also reichlich kennengelernt in den vergangenen eineinhalb Jahren.
Noch mehr als Ausreden, habe ich dann auch noch gut gemeinte Ratschläge bekommen: Wie man was am besten was renoviert, welche Handwerker gut sind, wie man am besten Wohnungen vermietet usw.
Es gibt eben deutlich mehr Klugscheisser als Menschen, die anpacken. Am geilsten war aber die ständige Nachfrage wann denn endlich die Einweihungsparty ist.

Einzig und allein mein Vater war sich über ein Jahr lang nicht zu schade, sich jedes Wochenende aufs neue ins 4. Obergeschoss zu schleppen und beim Renovieren mit anzupacken.
Dazu muss man wissen, dass mein Vater seit vielen Jahren unter diversen Krankheiten leidet (u.a. eine ausgeprägte Herzschwäche hat) und körperlich eher schlecht als gut zurecht ist. Ohne Ausreden und ohne zu murren stand er mir tatkräftig zur Seite. Vieles was wir anpackten entpuppte sich meistens als größeres Projekt. Die Sache mit Corona hat das ganze auch nicht grade vereinfacht. Monat um Monat musste ich mir mangels Budget überlegen, was ich im Baumarkt nun kaufen kann oder nicht, was kann warten, was muss zuerst gemacht werden. An Rückschlägen mangelte es nicht. Was mein Vater für mich in dieser Zeit gemacht hat, das kann ich den Rest meines Lebens nicht wieder gut machen. Ohne ihn wäre ich längst aus dem Fenster gesprungen.

Am 1. Advent bin ich dann endlich eingezogen. Es fehlen zwar noch Zimmertüren und jede Menge Fußleisten, hier und da noch ein paar Kleinigkeiten, aber im Groben und Ganzen ist es bewohnbar, und auch an vielen Stellen noch schöner geworden als ich es mir vorher vorgestellt hatte. Am Ende wird eben doch alles gut.

Was bleibt?
Unterm Strich jede menge Erfahrung. Noch einmal vor die Wahl gestellt, hätte ich nicht auf mein Umfeld gehört und alles verkauft. Es war eine gute Erfahrung am Ende des Geldes noch sehr viel Monat übrig zu haben. Das macht demütig und öffnet andere Horizonte. Und es macht dankbar einen gesicherten Job zu haben.
Ich weiß auf wen ohne Zweifel Verlass ist. Von den meisten Menschen erwarte ich einfach nichts mehr. Das erspart viele Enttäuschungen. Wie schon gesagt: Klugscheißer gibt es reichlich, Menschen die beherzt anpacken wenig.
Und ich habe sehr viel Zeit mit meinem Vater verbracht, die ich so vielleicht nicht gehabt hätte. Auch das möchte ich keinesfalls missen.

Und den Satz „meld Dich wenn Du Hilfe brauchst“ können sich alle geflissentlich in den Arsch schieben! (Es sei denn er ist wirklich ohne wenn und aber ernst gemeint, insbesondere dann wenn es um schweren körperlichen Einsatz geht).

Eine Einweihungsparty wird es auch noch geben. Die werde ich alleine mit meinem Vater steigen lassen. Auf meinem Balkon. Nur er und ich, und zwei Flaschen Bier.

Achso, und eine kleine Wohnung in Mülheim hätte ich zu vermieten. 😉

Die Sache mit Facebook

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In den vergangenen Monaten hatte ich zwei sehr negative Erfahrungen mit Facebook gemacht, die mich veranlasst haben meine Nutzung von sozialen Medien zu überdenken.

Alles was ich dort poste mache ich grundsätzlich immer nur für einem ausgewählten Personenkreis sichtbar. Trotzdem erreichen die Beiträge manchmal auf komischen Wegen dann doch jene, für die das nicht bestimmt war, von denen man das dann wiederum vorgehalten bekommt. Die Welt ist einfach bekloppt geworden.

Mir ist schon klar, dass man immer und überall darauf achten soll was man da postet, und dass das die beste Versicherung ist. Das mache ich auch. Aber selbst wenn man authentisch und mit Bedacht auf Facebook postet, und auch sehr darauf achtet wer welchen Beitrag sehen kann, es gibt immer Leute, die das zum Nachteil auslegen, in ein falsches Licht rücken, und Leute das alles zu sehen bekommen, die es eigentlich nicht sehen sollen. Auf welchen Wegen auch immer.

Eigentlich war mir ja schon immer egal was andere über mich denken. Aber alles in allem führten zwei Begebenheiten dazu, dass ich nur zwei Möglichkeiten gesehen habe:

  1. Alle Personen die mit dem Dienst in Berührung stehen aus dem Kreis der „Freunde“ löschen.
  2. Mich komplett von Facebook zu trennen.

Beides ist irgendwie doof. Denn nicht immer kann man klar zwischen Freunde, Bekannte und Kollegen eine Trennlinie ziehen. Die Übergänge sind fließend. Und Facebook war bisher auch immer eine gute Möglichkeit den Kontakt zu vielen räumlich weit entfernten Personen halten zu können.
Also lautet die vorläufige Entscheidung erstmal nur die Aktivität auf Facebook einzustellen. Aber was ist mit den Beiträgen, die man über all die Jahre schon dort gepostet hat? Von denen wollte ich mich auch gerne trennen. Das ist allerdings sehr aufwendig. Man muss jeden einzelnen Beitrag für sich löschen. Das ist bei fast sechs Jahren täglicher Nutzung der Plattform kaum möglich. Facebook bietet leider keinerlei Funktionen wie „alle Beiträge für Monat X löschen“ oder „alle Kommentare löschen“.

Nach ein bisschen googeln habe ich dann aber eine Möglichkeit gefunden, die ich gerne beschreiben möchte. Da ich mir vorstellen kann, dass andere auch gerne mal mehrere Beiträge auf Facebook für einen bestimmten Zeitraum löschen möchten.

Der Browser Google Chrome bietet ein Add On namens „Social Book Post Manager“.
Man lädt sich also den Browser herunter, installiert das Add On, und ruft dann im Browser seine Facebookprofil und das Aktivitätenprotokoll auf. Dann startet man den Social Book Post Manager und wählt aus, was man für welchen Zeitraum löschen möchte. Ich musste das alles mehrmals rüberlaufen lassen und ein paar Beiträge ließen sich dann doch nur per Hand einzeln löschen. Der Aufwand insgesamt war aber überschaubar und so konnte ich alle Beiträge aus sechs Jahren Facebook löschen.

Ich weiß, dass Facebook das alles nicht wirklich löscht und irgendwo für den eigenen Gebrauch weiter gespeichert hat. Aber für alle anderen ist keinerlei Beitrag mehr sichtbar. Und das war ja auch erstmal das Ziel.

@GJ_RLP Warum ich gerne Flagge zeige

@GJ_RLP Warum ich gerne Flagge zeige published on Keine Kommentare zu @GJ_RLP Warum ich gerne Flagge zeige

Liebe Grüne Jugend in Rheinland-Pfalz,

nach diesem Shitstorm über Euch habe ich lange überlegt, ob ich auch noch meinen Senf dazugeben soll. Aber weil mir diese Flagge, die Ihr runter nehmen wollt, sehr viel bedeutet, kann ich an dieser Stelle doch nicht meinen Mund halten.

Ihr schreibt auf Eurer Facebookseite:

„Nationalismus ist eine Form von Patriotismus. Wer sich als patriotisch definiert, grenzt Andere aus. Die Wirkung von Patriotismus hat immerzu Konsequenzen und wird besonders dort deutlich, wo er sich als aggressive Form darstellt und das Andere als Feind stigmatisiert. Zur Fußballeuropameisterschaft fordern wir alle Fans dazu auf, nationalistischem Gedankengut keinen Raum zu lassen! Fußballfans Fahnen runter!“

Später begründet Ihr das noch damit, dass es nachweislich aufgrund von sogenanntem „Partypatriotismus“ signifikant mehr fremdenfeindliche Übergriffe gibt als sonst. Ich kann weder diese Aussage noch das Gegenteil beweisen, ich glaube Euch das einfach mal. Und ich unterstelle Euch, dass Euer Post auf Facebook durchaus in guter Absicht online ging.
Aber irgendwie habt Ihr das nicht ganz zu ende gedacht.

Wie zu Beginn schon erwähnt, verbinde ich mit unserer Nationalflagge etwas mehr als nur Fußball. Vor etwa Zwanzig Jahren habe ich unter einer solchen Flagge mit erhobener rechter Hand gestanden und einen Eid abgelegt. Ich habe damals geschworen meinem Land treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen. Sogar die religiöse Beteuerungsformel „So wahr mit Gott helfe“ habe ich damals mitgesprochen (Was ich heute allerdings nicht mehr machen würde. Aber das ist eine andere Geschichte).
Das hört sich tatsächlich sehr patriotisch an. Angefühlt hat es sich damals irgendwie anders. Was es im wirklichen Leben als Soldat bedeutet habe ich erst sehr viel später erfahren.

Seit diesem Eid gehe ich nun jeden Morgen unter einer Flagge vorbei zum Dienst und trage dieses Symbol als Hoheitsabzeichen jeden Tag auf meiner Uniform. Und ich trage dieses Symbol mit Stolz. Ich trage es deshalb mit Stolz, weil es für ein Land steht, in dem ich das große Glück hatte, geboren zu werden. Weil es in diesem Land eine Demokratie gibt, die Beispielgebend ist. In dieser Demokratie konnte ich in Freiheit aufwachsen, konnte und kann immer noch frei meine Meinung äußern, so wie jetzt, so wie Ihr auf Eurer Facebookseite. Dieses Land hat mir Toleranz, Rücksicht und Offenheit beigebracht. Darauf bin ich stolz. Und diese Demokratie hält sehr viel aus, sogar die AfD und die derzeit populäre braune Stimmung wird sie überleben. Da bin ich mir Sicher. All das verbinde ich mit Schwarz-Rot-Gold.

Ich habe diese Flagge sogar bereits in einem Auslandseinsatz getragen. Einen Einsatz, den Eure grüne Partei damals selbst mit abgesegnet hat. Ich habe erlebt, wie sich afghanische Kinder gefreut haben wenn eine deutsche Flagge auf dem Fahrzeug war, weil sie daran die Soldaten erkannten, die sie mochten. Diese Kinder haben mit dieser Flagge etwas Positives verbunden.
Ich habe diese Flagge auch getauscht. Gegen andere Flaggen und Abzeichen mit Kameraden aus anderen Nationen. In einem multinationalen Einsatzstab ist das an der Tagesordnung. Mein Chef war ein Niederländer. Meine Team-Kameraden kamen aus Estland und Italien. Meinen Unterkunftscontainer habe ich mir mit einem Offizier aus Südkorea geteilt. Jeder war stolz auf seine Nation und auf die eigene Flagge und die eigenen Hoheitsabzeichen. Wir haben uns gegenseitig von den Schönheiten unseres Landes erzählt, haben uns aber auch gegenseitig neugierig zugehört was der jeweils andere zu berichten hatte. Wir haben Gemeinsamkeiten und Unterschiede feststellen können. Was man bei dem Einen gut fand, fand man bei dem Anderen vielleicht schlecht. Aber unterm Strich blieb am Ende des Tages immer die Feststellung: Wir gehören zusammen. Wäre das ohne Patriotismus möglich gewesen? Meiner Ansicht nach nicht. In diesem Fall hat der Patriotismus niemanden ausgegrenzt. Eher im Gegenteil, er hat uns zusammengebracht.

Ich kenne auch Momente, in denen der Anblick unserer Flagge Wut, Angst und Traurigkeit auslöst. Nämlich dann, wenn sie über einen Sarg gelegt wird.

Nun sagt Ihr sicher: „Da lest was er schreibt! Er ist ja wohl voll der Patriot!“
Ja. Bin ich. Mit meinem Patriotismus verbinde ich aber weniger meine nationale Zugehörigkeit. Für mich bedeutet Patriotismus meine Verankerung in den Grund- und Menschenrechten. Ich definiere mich als patriotisch, weil ich mich klar zur Menschenwürde und zu unserem Rechtsstaat bekenne. Dafür habe ich meinen Eid abgelegt. Das bedeutet für mich Schwarz-Rot-Gold.

Patriotismus ist nicht immer gleich Nationalismus. In dem Punkt liegt Ihr mit Eurer Aussage falsch.

Aber eigentlich ging es doch um Sport, bzw. Fußball. Seit jeher treten alle Nationen auf der Welt in Sportwettkämpfen gegeneinander an. Friedlich. Ohne Gewalt. Im fairen Wettkampf misst man sich und schaut wer der Bessere ist. Natürlich ist ein Sportler enttäuscht wenn er verliert und der andere gewinnt. Aber am Ende gibt man sich die Hand oder liegt sich in den Armen. Ist das patriotisch?

Am Ende dieser großen Sportereignisse sehe ich mir immer gerne die Abschlussveranstaltung an. Zum Beispiel bei den Olympischen Spielen. Alle Nationen sind dort vertreten. Jeder trägt stolz seine Nationalfarben und seine zugehörige Flagge. Aller Ehrgeiz und Wettkampf ist dann vergessen. Alle sehen gemeinsam auf zu einer anderen, gemeinsamen Flagge, der Olympiaflagge. In diesem Moment ist es den Sportlern doch scheißegal wer woher kommt. Sie sind alle eins, gemeinsam in dem Gefühl dabei gewesen zu sein. Bei einem friedlichen Sportfest.
Ist das patriotisch? Nein. Sport verbindet.

Und auch die Fußball EM wird wieder Menschen verbinden. Ich gehe jede Wette ein, dass Deutsche und Flüchtlinge gemeinsam in Kneipen sitzen werden und Fußball kucken, eingehüllt in einer Deutschlandfahne. Der Deutsche ist stolz auf Schweini und Poldi, der Flüchtling ist froh, dass er hier endlich in Freiheit und ohne Angst ein Fußballspiel genießen kann.

Und mal ehrlich: Die paar Blödmänner, die die Fußballlaune nutzen, um Fremdenfeindlichkeit zu schüren, die wissen doch nicht mal wie man „Patriotismus“ schreibt.

In diesem Sinne, zeigt Eure Flaggen!

#proudtobehandballer

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Handball EM 2016 in Polen. Wie immer bei großen Sportereignissen hoffe ich auf faire Wettkämpfe, spannende Spiele und gute Unterhaltung.
Doch DAS ist Sport schon lange nicht mehr.
Der Aufreger: Eine Regenbogenarmbinde. Getragen vom schwedischen Kapitän Tobias Karlsson. Sein Beitrag zur Bekämpfung von Homophobie. Unter dem Vorwand der Kleiderordnung (Kapitänsbinden müssen einfarbig sein oder in Landesfarben) hat die Europäische Handballföderation ihm nun das Tragen dieser Armbinde verboten.

Und schon ist es bei dieser Handball EM in Polen wie immer mit dem großen Sport. Er darf benutzt werden und Instrument sein für die Politik. Aber die Sportlerinnen und Sportler selbst dürfen kein politisches Statement abgeben.

Paradebeispiel für eine Instrumentalisierung des Sports dürften wohl die olympischen Spiele 1936 in Berlin gewesen sein. Hier waren sogar Armbinden erlaubt. Wenn auch mit einer etwas anderen Symbolik …..
1976. Afrikanische Länder boykottieren die Teilnahme an den olympischen Spielen in Montreal, weil Neuseeland gegen den Apartheid-Staat Südafrika Rugby gespeilt hat.
1980. Westliche Staaten boykottieren die olympischen Spiele in Moskau, weil der Sozialismus so unendlich böse ist …

Das sind nur einige Beispiele. Und in den wenigsten Fällen wurden die Sportler vorher gefragt. Sie mussten einfach hinnehmen was ihre Sportverbände und Politiker festgelegt haben.
Offiziell haben bei den olympischen Spielen alle Sportler sicherlich freiwillig und aus Überzeugung auf ihre Teilnahme in Montreal oder Moskau verzichtet. Es leuchtet schnell ein, dass ein Sportler, der sich Jahre auf dieses Ereignis vorbereitet und unter größten Bemühungen sich dafür qualifiziert hat, gerne auf den Wettkampf seines Lebens verzichtet.
Wer das glaubt, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.

Wenn es den Sportfunktionären so wichtig ist, politische Zeichen zu setzen, warum dann keine Regenbogenarmbinde für einen Mannschaftskapitän bei einer Handball EM in einem (EU!) Land, in dem schwul sein strafbar ist?
Wiebitte?!? Ach …. stimmt … klar….. Ich hab ja die Gefahr von fehlenden Werbeeinnahmen ganz vergessen. Nein, natürlich, sowas darf unter keinen Umständen passieren. Das muss der engagierte Handballnationalspieler verstehen, dass DAS nicht geht.

Sport verbindet Menschen, egal welcher Herkunft oder Meinung sie sind. Die sind den Spielern auf dem Feld nämlich egal. Was ihnen aber nicht egal ist, dass ihre Gastgeber Menschen wegen ihrer sexuellen Vorlieben verfolgen, oder ihre Medien zensieren. Und dazu darf und muss man als emanzipierter EU-Bürger wohl seine Meinung öffentlich äußern.

Eines vergessen sowohl Sportfunktionäre als auch Politiker: Großartige Sportler sind auch immer großartige Vorbilder. Und das nicht nur mit ihren sportlichen Leistungen. Kinder und Jugendliche aller Nationen und Herkunft schauen zu ihren Sportidolen auf und könnten in diesen Tagen lernen, dass Diskriminierung von Menschen und Zensur der Medien einfach scheiße ist.

Ich wünsche mir, dass alle Handballer dieser EM #proudtobehandballer sind und geschlossen mit Regenbogenarmbinden auflaufen. Und wenn das polnische Staatsfernsehen die Übertragung abschaltet …. bitte. Aber das Zeichen wäre eindeutig.

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